Die insolvente Kryptobörse FTX hat am 1. Februar bei einem Gericht in Delaware einen Antrag auf Verkauf seiner Forderung in Höhe von 175 Millionen Dollar gegen das ebenfalls bankrotte digitale Finanzdienstleistungsunternehmen Genesis Global Capital eingereicht. Die Forderung wurde ursprünglich von dem mit der Kryptobörse verbundenen Krypto-Hedgefonds Alameda Research erhoben.
Im Falle einer Genehmigung kann FTX die Forderung ganz oder teilweise und zu verschiedenen Zeitpunkten verkaufen, um die besten Bedingungen zu nutzen. Die Forderungen gegen Genesis werden derzeit für 65 % ihres Nennwerts verkauft, was deutlich über den 38 % liegt, die Alameda Research aktuell für seine Forderungen erzielt.In dem Antrag wird die Genehmigung eines Verkaufsverfahrens beantragt, das für alle Verkäufe gelten soll, um „die Kosten und Verzögerungen zu verringern, die mit der Einreichung eines separaten Antrags für jeden vorgeschlagenen Verkauf verbunden sind“. Der Verkaufspreis muss demnach mindestens 95 % des „höchsten Preises betragen, der von einem oder mehreren führenden Marktteilnehmern für allgemeine ungesicherte Forderungen der GGC an einem Stichtag innerhalb von drei Tagen nach dem Verkaufsdatum notiert wurde“. In der vorgeschlagenen Verkaufsanordnung heißt es dahingehend:
„Der Erlass dieser Verfügung liegt im besten Interesse der Schuldner und ihrer Nachlässe, der Gläubiger, der Inhaber von Ansprüchen und aller anderen Beteiligten.“Einsprüche gegen den Verkauf der Forderung können bis zum 15. Februar eingereicht werden.
Ursprünglich wollte FTX 3,9 Milliarden Dollar von Genesis im Mai 2023 zurückfordern, wie es das amerikanische Insolvenzrecht erlaubt. Die Forderung in Höhe von 175 Millionen Dollar wurde im August 2023 zwischen FTX und Genesis ausgehandelt und im Oktober vom Gericht genehmigt. Andere Forderungen von FTX gegen Genesis wurden zu diesem Zeitpunkt gestrichen.
Die Seiten rechtfertigten die radikal reduzierte Summe mit dem Argument, dass das Potenzial für Rückforderungen unvorhersehbar sei und der Vergleich einen langen und kostspieligen Rechtsstreit vermeide, dessen Ausgang ebenfalls unvorhersehbar sei.

FTX brach im November 2022 zusammen, nachdem Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsbüchern der Handelsplattform aufgedeckt worden waren. Genesis hatte zu diesem Zeitpunkt 175 Mio. US-Dollar auf seinem FTX-Konto, was sich aber nach eigenen Angaben nicht auf die Market-Making-Aktivitäten der Firma auswirkte.
Genesis, eine Tochtergesellschaft der Digital Currency Group, meldete im Januar 2023 dann allerdings ebenfalls Konkurs an und löste damit einen langwierigen Konflikt mit der Kryptobörse Gemini aus. Genesis verwaltete das Gemini Earn-Programm, das beeinträchtigt wurde, als Genesis die Auszahlungen stoppte. Genesis erzielte am 1. Februar einen Vergleich in Höhe von 21 Millionen US-Dollar mit der US-Börsenaufsicht (SEC) bezüglich Gemini Earn.
Am 14. Februar findet in New York eine Gerichtsanhörung statt, bei der der von den Genesis-Schuldnern vorgeschlagene Sanierungsplan und die Einbeziehung des SEC-Vergleichs in diesen Plan geprüft werden.
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