Deutsche Blockchain-Initiative Energie wächst und stellt erste Ergebnisse vor

Die deutsche Blockchain-Initiative Energie hat bei ihrem dritten Treffen am 20. März in Karlsruhe die ersten Projekte der Arbeitsgruppen “Markt”, “Technologie” sowie “Recht & Regulierung” und ihren neuen Vorsitzenden Richard Plum,  Leitender Berater für Energiewirtschaft und Betrieb bei der ProCom GmbH, vorgestellt. Mit inzwischen 36 Mitgliedsunternehmen stellt die Initiative den größten Interessenverband zum Thema Blockchain im Energiewesen in Deutschland dar.

Ein Ziel der Blockchain-Initiative Energie ist es, den Bereich Energiewirtschaft über Aufklärungs- und Informationsarbeit stärker in den Fokus der deutschen Politik zu rücken.

Der Themenbereich “Markt” arbeitet dabei an einer Übersicht aller Blockchain-Projekte in der deutschen Energiewirtschaft und stellt Rahmenbedingungen zur Beurteilung der Blockchain-Tauglichkeit laufender Projekte auf. Damit soll Mitgliedern eine Einschätzung erleichtert werden, wo der Einsatz dieser Technologie Sinn macht.

Die Arbeitsgruppe “Technologie” beschäftigt sich mit der konkreten Abbildung von Marktkommunikation und -prozessen, momentan anhand des beispielhaften Prozesses eines Lieferantenwechsels. Dieser umfasst alle Marktrollen und ist streng reguliert. Das sogenannte EU-Winterpaket erfordert einen EU-weit einheitlichen Wechselprozess und -fristen von lediglich einem Tag. Bei dem Projekt unter dem Namen “MaKo-Chain” geht es allerdings nicht darum, jetzige Prozesse mit der Blockchain nachzubauen. Das Ziel ist es vielmehr, zu “untersuchen, ob und wie sich dieser Prozess mit der Blockchain-Technologie einfacher, sicherer und schneller abbilden lässt“, wie das Team bei der Vorstellung verlauten ließ.

Teil des “MaKo-Chain”-Projektes ist auch der Entwurf eines Positionspapiers zum Thema Regulierung, welches im Sommer 2018 mit Entscheidungsträgern aus der Politik und anderen Akteuren diskutiert werden soll.

Die Verbindung des Bereichs Energie mit Blockchain und Kryptowährungen hat verschiedene Seiten. Der hohe Energieverbrauch, der beim Mining von Kryptowährungen entsteht, führte unter anderem dazu, dass der europäische Stromversorger Enel am 1. Februar 2018 ankündigte, keine erneuerbaren Energien an das Krypto-Mining-Unternehmen Envion zu verkaufen, wie Cointelegraph berichtete.

Blockchain-Technologie, um Transparenz im Energiemarkt zu fördern, wird hingegen weltweit erforscht und implementiert. Kürzlich kündigte zum Beispiel der Chilenische Nationale Energie Ausschuss CNE eine Blockchain-Implementierung für das nationale Energieversorgungsnetz an.

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