Softwarehersteller Gambio will mit dezentraler Handelsplattform auf Blockchain-Basis Amazon und Co. Konkurrenz machen

Der für seine gleichnamige Shopsoftware bekannte deutsche Softwareentwickler Gambio will unter dem Namen Global Alliance of Merchants on the Blockchain (GAMB) eine dezentrale, auf Blockchain-Technologie basierende Verkaufsplattform aufbauen, berichtete Forbes in einem am 24. Juni erschienenen Artikel.

Bei GAMB sollen die Händler anders als bei zentralen Plattformen wie Ebay und Amazon Marketplace die für alle Verkäufer geltenden Regeln mitbestimmen können. Möglich werden soll dies durch Blockchain-Technologie und den Plattform-Token GMB, der laut Roadmap im dritten Quartal 2018 über ein Initial Coin Offering (ICO) auf den Markt gebracht werden soll.

Eine Open-Beta für die GAMB-Plattform ist für das zweite Quartal 2019 geplant, die bereits vor dem Ende von 2019 in einem Release an den Start gehen soll. GMB soll als Abstimmungs-Token die an der GAMB-Plattform beteiligten Händler mit Stimmrechten versehen.

Der für GAMB als Senior Advisor tätigte CEO der Demekon Group, Dr. Felix Hotzinger, hob gegenüber Forbes den Nutzen der geplanten Plattform im Vergleich zu bisherigen Onlinemarktplätzen hervor.

“Durch den Einsatz von Blockchain-Technologie können wir eine Plattform anbieten, die nicht nur sichere Transaktionen bereitstellt, sondern auch die Möglichkeit bietet, ein Ökosystem von Anbietern und Händlern zu schaffen, welches sich selbst verwaltet.”

Der dezentral organisierte Marktplatz von GAMB soll es Unternehmen ermöglichen, ihre Online-Shops lokal zu verwalten und gleichzeitig den Zugang zu Traffic, SEO und Verbrauchernachfrage sicherzustellen. Er soll die gesammelten Daten gebündelt nutzen, um die Wettbewerbsposition der beteiligten Händler zu verbessern.

Ob GAMB gegen Großkonzerne wie Amazon, Alibaba, Ebay oder Rakuten damit erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Die Marktposition der führenden Onlinehändler wirkt aktuell erdrückend dominant. Ein größeres Problem könnte hingegen deren Öffnung zu einem dezentralisierten Ansatz darstellen.

Gerade Amazon zeigt sich der Blockchain-Technologie gegenüber bislang ziemlich offen. Auf der AWS-Plattform des Konzerns können Benutzer bereits eigene Blockchain-Anwendungen bereitstellen. Im April wurde bekannt, dass Amazon sich die Idee eines Marktplatzes für Streaming-Daten patentieren hat lassen. Dieser soll es Nutzern ermöglichen, Informationen über Krypto-Transaktionen in Echtzeit einzusehen. Ebenfalls im April führte Amazon ein Blockchain-Framework für Ethereum (ETH) und Hyperledger Fabric ein, mit dem Nutzer ihre eigenen Blockchain-gestützten dezentralen Anwendungen (DApps) erstellen und verwalten können.