Gehackte japanische Kryptobörse Zaif veröffentlicht Plan für Kundenvermögen

Die gehackte japanische Kryptowährungsbörse Zaif hat einen offiziellen Plan für die finanzielle Unterstützung der betroffenen Kundengelder bekanntgegeben. Das geht aus einer offiziellen Mitteilung, von heute, 10. Oktober, hervor.

Wie bereits berichtet, gab es am 14. September auf der Börse einen Sicherheitsverstoß. Dieser führte zu Verlusten von Kryptowährungen im Gesamtwert von umgerechnet 51,8 Mio. Euro.

Damals signalisierte der Zaif-Betreiber Tech Bureau Inc. an, dass er mit der Fisco Digital Asset Group zusammenarbeiten werde, um einen gemeinsamen Unterstützungsplan zu erstellen.

Aus der heutigen Mitteilung geht hervor, dass die Bedingungen der Rahmenvereinbarung zwischen den beiden Unternehmen seit dem 20. September offiziell verhandelt wurden. Zunächst war vorgesehen, dass Fisco "eine finanzielle Unterstützung von 5 Milliarden Yen (38,6 Mio. Euro) leistet, eine Kapitalallianz eingeht und so eine Mehrheit der Aktien der Gesellschaft erwirbt und damit eine Mehrheit der Direktoren stellt und die Entsendung eines Prüfers ermöglichen" würde.

Tech Bureau gibt heute bekannt, dass einige der ursprünglichen Bedingungen in der endgültigen Vereinbarung der beiden Unternehmen geändert wurden. In der Mitteilung heißt es, dass sich beide Unternehmen in erster Linie auf die "Business-Transfer-Methode" konzentrieren. Und das sowohl unter dem Gesichtspunkt der Risikovermeidung für Fisco als auch unter dem Gesichtspunkt der Dringlichkeit der schnellen Umsetzung einer Entscheidung "zum Schutz der Kunden".

Tech Bureau bestätigt, dass eine Vereinbarung zur "Übertragung des Kryptowährungsbörsengeschäfts von Zaif auf die Kryptowährungsbörse Fisco" erfolgreich geschlossen wurde.

Wie in den nun "gesetzlich vorgeschriebenen" Verfahren festgelegt, erklärt Tech Bureau, dass am 19. November eine Hauptversammlung für die Aktionäre abgehalten werde. Der Zeitpunkt der Geschäftsübertragung auf Fisco ist dabei der 22. November.

Laut den endgültigen Bedingungen wird Fisco Berichten zufolge das Recht der Kunden auf eine Rückzahlung aller eingezahlten Kryptowährungen übernehmen. Außerdem heißt es, dass "eine Entschädigung für einige Monacoins in japanischen Yen erfolgen wird".

In der Mitteilung heißt es, dass die Entschädigung für die betroffenen Monacoin-Inhaber in japanischen Yen zu einem Kurs von 144,548 Yen (0,01 Euro) pro Monacoin erfolgen wird. Kompromittierte Bestände werden angeblich zu 60 Prozent in Krypto (zum angegebenen Kurs) und zu 40 Prozent in Fiat-Währung zurückgezahlt.

Darüber hinaus werden alle Monacoin-Transaktionen auf der Zaif-Plattform ab heute, 10. Oktober, um 17.00 Uhr vollständig eingestellt. Berichten zufolge sollen zu einem späteren Zeitpunkt Ankündigungen über die Wiederaufnahme von Transaktionen sowie über den Beginn von Entschädigungszahlungen für kompromittierte Monacoin-Bestände folgen.  

In Bezug auf Bitcoin (BTC)- und Bitcoin Cash (BCH)- Transaktionen sollen alle Käufe und Verkäufe ab heute auf der Zaif-Plattform "wie gewohnt" fortgesetzt werden. Die Ein- und Auszahlungsdienste sollen nach der Übernahme des Betriebs durch Fisco mit einem genauen Datum, das zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben wird, wieder aufgenommen werden.

Wie kürzlich berichtet, hat die japanische Finanzdienstleistungsbehörde FSA Ende September zum dritten Mal eine Verbesserung des Geschäftsbetriebs für Tech Bureau angeordnet. Die Aufsichtsbehörde hatte dem Unternehmen zunächst im März und anschließend nochmal im Juni dieses Jahres bereits angeordnet, Geschäftsverbesserungen vorzunehmen.