IBM und SAP kooperieren bei Blockchain-Lösung für die Öl- und Gasindustrie

Die Dienstleistungssparte von IBM und der Softwarehersteller SAP wollen gemeinsam eine Blockchain-Lösung entwickeln, welche die Buchhaltung von Joint Ventures in der Öl- und Gasindustrie erleichtern soll, gab SAP am 16. Mai in einer Mitteilung auf seiner Webseite bekannt.

Das Blockchain-basierte System soll die bei den Joint Ventures der Öl- und Gasindustrie spezielle Form der Buchhaltung vereinfachen, bei der Betreiber im Bereich Exploration und Produktion monatlich tausende Abrechnungen erstellen. Für deren Prüfung und die Ergänzung durch zusätzliche Dokumente in unterschiedlichen Büchern der Beteiligten entsteht laut SAP bislang ein hoher Abstimmungsaufwand, mehr Komplexität und längere Abwicklungszeiten.

SAP beschreibt die Blockchain als “ideale Lösung” für diesen Problembereich, weil damit alle beteiligten Partner und Teilnehmer in Echtzeit aktualisierte Transaktionsmeldungen erhalten können. Die von IBM und SAP noch zu entwickelnden Lösungen sollen mit SAPs Leonardo-Plattform für digitale Innovationen realisiert werden. Die geplante Funktionsweise beschreibt SAP wie folgt:

“Mit Hilfe dieser Lösungen werden Öl- und Gasunternehmen in der Lage sein, Geschäfte mit Partnern und Dritten abzuwickeln, Zahlungen zu verfolgen und Begleitdokumente zur Verfügung zu stellen. Dabei werden Daten unter den Teilnehmern sicher und dezentral über den Service SAP Cloud Platform Blockchain ausgetauscht, der auf Hyperledger Fabric basiert – einem Open-Source-Gemeinschaftsprojekt, das Blockchain-Technologien für unterschiedliche Branchen fördert.”

SAP hat die Blockchain-Technik offenbar als große Chance erkannt. Die geplanten Lösungen für die Öl- und Gasindustrie sind nicht das einzige Blockchain-Projekt, an dem sich der Walldorfer Konzern beteiligt. Wie die Commerzbank gestern bekannt gab, arbeitet der auf Unternehmenssoftware spezialisierte Entwickler R3 an einer Blockchain-Plattform für den Finanzsektor, die nahtlos mit SAPs Cloud-Plattform integriert werden kann. SAP ist als Mitglied des R3 Konsortiums ebenfalls mit daran beteiligt.