Commerzbank integriert Blockchain-Plattform Corda mit SAP-Software

Die Commerzbank hat eine nahtlose Integration der Blockchain-Plattform Corda für auf SAP-Software basierende Geschäftsprozesse in einem technischen Machbarkeitsnachweis (Proof-of-Concept) abgeschlossen, teilte das Geldinstitut am 17. Mai auf seiner Webseite mit.

Die von dem Anbieter für Unternehmenssoftware R3 bereitgestellte Corda-Plattform soll durch seine dezentrale Datenspeicherung und -Verarbeitung mit Blockchain-Technologie einen verbesserten Zugang zu Geschäftsprozessen bieten.

Durch den Einsatz von Corda in der SAP-Cloud-Plattform können gleichzeitig Programmierschnittstellen genutzt werden, um einen branchenübergreifenden Zugriff auf sämtliche SAP-Netzwerke und -Systeme bereitzustellen. Die Commerzbank beteiligt sich als Mitglied des R3-Konsortiums nach eigenen Angaben an verschiedenen Initiativen für Anwendungsfälle wie etwa im Bereich Trade Finance. SAP arbeitet ebenfalls mit dem R3-Konsortium zusammen und ist auch an direkten Kooperationen mit einzelnen Mitgliedern beteiligt.

Nach einem erfolgreichen Verbindungstest zwischen Corda und der SAP-Software will die Commerzbank das System bei künftigen Pilot-Transaktionen erproben, teilte der bei der Commerzbank für Trade Finance & Cash Management verantwortliche Nikolaus Giesbert mit.

Laut dem R3-CEO David E. Rutter stellt Trade Finance einen Schwerpunktbereich für den Softwarehersteller dar, was auch die Pilotphase in Zusammenarbeit mit der Commerzbank erklärt. Er erwartet, dank der SAP-Anbindung die Corda-Plattform weltweit in vielen Unternehmen zum Einsatz zu bringen.

Bisherige Tests von Blockchain-Anwendungen bezogen sich vor allem auf Handelsplattformen, wie etwa die in Zusammenarbeit zwischen mehreren Instituten und IBM entwickelte Batavia-Plattform. Wie eine von der Santander-Bank im März durchgeführte Blockchain-Aktionärsabstimmung und die Commerzbank-Initiative zeigen, rücken mittlerweile aber auch andere Einsatzbereiche in den Fokus der Finanzinstitute.