Island: Industrie-Verlagerung vom Krypto-Mining auf "reine Blockchain-Unternehmen"

Es wird erwartet, dass sich die Kryptoindustrie Islands vom Krypto-Mining wegbewegt und auf "reine Blockchain-Unternehmen" verlagert. Das geht aus Prognosen einer Reihe lokaler Brancheninsider hervor, die am 23. September mit der Nachrichtenseite Red Herring sprachen.

Halldór Jörgensson, Vorsitzender des Borealis Rechenzentrums in Reykjavik, sagte gegenüber Red Herring, dass sich die Nachfrage von lokalen Krypto- und Blockchain-Anlagen "immer mehr in Richtung reine Blockchain-Unternehmen verlagert", anstatt sich auf Bitcoin-Mining zu konzentrieren.

Laut Jörgensson sei der Bitcoin (BTC)-Mining-Rausch auf ein Niveau gesunken, das "nicht mehr so verrückt, wie vor einem Jahr" sei, als die Kryptowährung ihr Allzeithoch erreicht hat. Dennoch sagte der Vorsitzende, dass die Bitcoin-Mining-"Welle" zum schnelleren Wachstum der lokalen Energie- und Datenindustrie beigetragen hat, deren gut entwickelte Infrastrukturen Blockchain-bezogenen Unternehmen nun einen Auftrieb geben sollen.

Island ist aufgrund seines natürlich kalten Klimas sowie der Fülle an kosteneffizienten, erneuerbaren Energiequellen - hauptsächlich Geothermie und Wasserkraft - zu einem der führenden Länder in Sachen Krypto-Mining geworden. Das Land ist Sitz einer der 5 größten Krypto-Mining-Farmen der Welt, deren Betreiber, Genesis Mining, Berichten zufolge der größte Einzelverbraucher von Strom in Island ist.

Im Februar prognostizierte Johann Snorri Sigurbergsson, der Manager für Unternehmensentwicklung bei dem lokalen Energieversorger HS Orka, dass sich das Volumen des Krypto-Mining in Island 2018 voraussichtlich verdoppeln werde.

Der CEO von HS Orka Asgeir Margeirsson erklärte im Juli, dass die Krypto-Mining-Industrie "die vierte Revolution" vorangetrieben habe. Der Direktor des isländischen Institute for Intelligent Machines erklärte ebenfalls, dass Bitcoin-Miner "ein zentraler Aspekt für die noch andauernde industrielle Revolution" seien.

Sigurbergsson von HS Orka sagte jedoch auch, dass Bitcoin "wahrscheinlich nicht mehr lange hier sein" werde und behauptete, dass die Rechenzentren, die derzeit von Minern genutzt werden, letztendlich zu neuen Technologie-Inkubatoren werden.

Anfang der Woche hat die Blockchain-Technologiegruppe Bitfury die Einführung seiner BTC-Mining-Hardware der neuen Generation angekündigt. Die neuen Maschinen sollen in seinen Mining-Zentren in Kanada, Norwegen, Island und Georgien verwendet werden.