Investmentriese Fidelity gründet neues Unternehmen für institutionelle Investoren

 

Die US-Investmentfirma Fidelity, die umgerechnet über 6,2 Bio. Euro an Kundenvermögen verwaltet, hat die Gründung einer neuen Firma namens Fidelity Digital Asset Services angekündigt. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 15. Oktober hervor.

Das neue Unternehmen wird Depot- und Handelsausführungsdienstleistungen für digitale Vermögenswerte anbieten. Es richtet sich an institutionelle Anleger, wie zum Beispiel "Hedgefonds, Familienbetriebe und Marktvermittler" und wird vorerst nicht für Kleinanleger verfügbar sein. Laut der Pressemitteilung wird sich Fidelity Digital Assets auf die Bereitstellung einer "sicheren und konformen Omnibus-Depotlösung für Bitcoin, Ether und andere digitale Vermögenswerte auf institutionellem Niveau" konzentrieren.

Tom Jessop, der Leiter des neu gegründeten Unternehmens, sagte Berichten zufolge, dass Fidelity bereits vor "einigen Jahren" begonnen habe, Blockchain und Krypto zu erforschen. In einem Interview mit CNBC sagte er, dass die Idee einer Kommerzialisierung einer "eigenständigen" Kryptofirma Mitte des Jahres 2017 aufkam.

Fidelity zitiert eine Studie von Greenwich Associates, die ergab, dass "70 Prozent" der Führungskräfte im Bereich des institutionellen Finanzwesens glauben, dass Krypto eine Rolle in der Zukunft der Finanzbranche spielen wird. Doch viele warten erst noch ab, bevor sie in den Markt eintreten.

Jessop sagte gegenüber CNBC, dass das neue Unternehmen alle "Ressourcen einer großen Organisation" nutzen werde, um solche Akteure in die aufkommende Branche zu locken. Fidelity arbeitet mutmaßlich bereits mit "über 13.000" institutionellen Kunden zusammen.

Zu diesem Zweck wird das neu gegründete Unternehmen sich seinen Ruf als etablierter Großanbieter der Wall Street zu Nutze machen und technologische Lösungen verwenden, die aus anderen Teilen seiner Organisation "umfunktioniert" wurden, so Jessop.

Hinsichtlich des Themas Kryptohandel will das Unternehmen laut der Pressemitteilung "einen bewährten, internen Überquerungsmotor und einen intelligenten Order-Router für die Handelsausführung bei digitalen Vermögenswerten" verwenden. Diese sollen "die Ausführung an mehreren Marktplätzen ermöglichen".

Wie bereits berichtet, gab im Juni dieses Jahres unbestätigte Berichte, die darauf hindeuten, dass Fidelity Entwickler einstellen würde, um eine Kryptowährungs-Börse zu entwickeln. Diese Berichte beriefen sich auf eine interne Korrespondenz von damals.

Das Innovationslabor des Investment-Riesen ist seit Mitte 2017 auch in einer Partnerschaft mit der großen Kryptobörse Coinbase. Diese ermöglicht es Kunden, ihre Bitcoin (BTC)-Bestände neben ihren traditionellen Vermögenswerten in ihren Portfolios anzeigen zu lassen.