Iran-Sanktionen: Bürger nutzen Krypto zur Geldausfuhr

Die Iraner wenden sich zunehmend Bitcoin (BTC) und anderen Kryptowährungen zu, nachdem die USA dieses Woche aus dem multilateralen Atomabkommen mit dem Land ausgetreten sind. Die Nachricht hat das Land in wirtschaftliche Turbulenzen gestürzt, was zu einem starken Interesse an Krypto geführt hat. Das geht aus einem Bericht von Forbes vom Donnerstag, 10. Mai, hervor.

Die steigende Erwartung, dass das Abkommen aus der Obama-Ära zusammenbrechen würde, hat den Iran an den Rand einer nationalen Währungskrise gebracht. Dabei hat der iranische Rial in den letzten sechs Monaten ein Viertel seines Wertes verloren.

Als Reaktion darauf hat die Regierung ihre offiziellen und offenen Marktwechselkurse vereinheitlicht, die Zinssätze angehoben und auf drakonische Maßnahmen zurückgegriffen, darunter auch die Festnahme von ausländischen Börsenhändlern, wie das iranische Radio Farda berichtete. Ohne Zugang zum internationalen Bankensystem haben die Maßnahmen iranische Bürger, die ihr Bargeld aus dem Land schaffen wollten, radikal eingeschränkt.

Forbes sprach mit einem Bürger, der erklärte:

"Aufgrund der Börsenschließungen, Sanktionen und des wahnsinnigen Wertverlusts des Rial, klingt es wie eine gute Idee, Bitcoin zu verwenden. Ich weiß, dass es ein paar Leute gibt, die mit LocalBitcoins Bitcoin im Iran verkaufen und kaufen. Bisher scheint Bitcoin buchstäblich die einzige Möglichkeit zu sein, Geld aus dem Land zu schaffen... aber mit der wuchernden Inflation des Rial werden sich viele Leute das nicht leisten können."

Forbes merkt an, dass derzeit 17 Menschen im Iran Bitcoin über die Website LocalBitcoins verkaufen, die Käufer und Verkäufer weltweit miteinander verbindet.

Laut Mohammad Reza Pourebrahimi, dem Vorsitzenden der iranischen Wirtschaftskommission, ist es den Bürgern bisher gelungen, umgerechnet erstaunliche 2,1 Mrd. Euro aus dem Land zu schaffen. Um dem Abfluss Einhalt zu gebieten, verbot die iranische Zentralbank inländischen Finanzinstituten im April, mit Kryptowährungen zu handeln.

Priscilla Moriuchi, Managerin für Bedrohungen, sagte gegenüber Forbes, dass es den Iranern noch immer gelänge, Geld mit Hilfe von Kryptowährungen nach draußen zu transferieren. Sie müssten jedoch "Dienste wie Mixer nutzen, um den Ursprung und das Ziel ihrer Transaktionen zu verschleiern". Sie erklärte, dass anonymitätsorientierte Coins "wie Monero oder Litecoin" nützlicher sein könnten.

Die Zukunft von Krypto im Iran könnte nicht bei den Bürgern liegen, sondern bei der Regierung selbst. Ein iranischer Minister enthüllte im Februar ein staatlich gestütztes digitales Währungsprojekt für das Bankensystem des Landes. Ein experimentelles Modell wurde im April erfolgreich durchgeführt .

Diese Maßnahme weist Parallelen zu Venezuelas zentral ausgegebenem Petro auf, der von vielen als Reaktion auf die eigenen lähmenden Sanktionen des Landes betrachtet wird. Trump hat US-Bürgern bereits verboten, den Petro zu kaufen. Mourichi betonte, dass ein iranischer Coin "ähnlichen Hürden" gegenüberstehen könnte.

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