Brasilien: Finanzamt verpflichtet ab sofort zur Anzeige von Krypto-Transaktionen

Ab dem heutigen 1. August müssen brasilianische Anleger und Unternehmen alle Krypto-Transaktionen beim Finanzamt des Landes angeben.

Unternehmen werden verpflichtet, Krypto-Transaktionen anzuzeigen

Wie Cointelegraph Brasilien heute berichtet, besteht auf Grund einer neuen Richtlinie, die ursprünglich schon im Mai 2019 eingeführt worden war, ab dem 1. August die Pflicht, alle Transaktionen, die mit Kryptowährungen in Verbindung stehen, beim Finanzamt anzuzeigen.

Laut der Nachrichtenagentur Agência Brasil greift die neue Richtlinie sowohl bei Einzelpersonen als auch bei Unternehmen und Brokerfirmen. Es werden alle üblichen Krypto-Aktivitäten berücksichtigt, egal, ob Kauf, Verkauf, Einzahlungen, Auszahlungen oder sonstige Nutzungsmöglichkeiten.

Unternehmen sind ab sofort dazu verpflichtet, im Anschluss an einen jeden Monat eine Aufstellung über die getätigten Krypto-Transaktionen vorzulegen. Dementsprechend werden solche Aufstellungen erstmals ab September fällig.

Kryptobörsen sind dazu angehalten, zukünftig alle ihre Transaktionen offenzulegen, unabhängig von deren Wert. Einzelpersonen, die Kryptowährungen über eine Brokerfirma handeln oder Peer-To-Peer Transaktionen tätigen, müssen diese allerdings nur anzeigen, sobald der Gesamtwert ihrer monatlichen Transaktionen die Summe von 30.000 Real (7.800 US-Dollar) überschreitet.

Strafzahlungen können zwischen 1,5 - 3% pro Transaktion liegen

Personen, die es versäumen, ihre Krypto-Transaktionen rechtzeitig zu melden, können mit Strafzahlungen von 25 – 130 US-Dollar belegt werden. Außerdem ist das brasilianische Finanzamt dazu ermächtigt, zwischen 1,5 – 3% einer jeweiligen Transaktion als Strafe einfordern zu dürfen.

Das Finanzamt geht davon aus, dass der brasilianische Kryptomarkt mehr Nutzer hat als die zweitgrößte brasilianische Aktienbörse B3, die derzeit 800.000 Anleger zählt. Dementsprechend rechnet die Behörde ihrer Maßnahme bedeutende Wichtigkeit bei der Bekämpfung von Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorismusfinanzierung zu.

Der Chef des brasilianischen Handelsverbandes hatte sich kürzlich ebenfalls darüber besorgt gezeigt, dass Kryptowährungen von der Bevölkerung genutzt werden könnten, um Steuern zu hinterziehen.