Inseln, Roboter und fliegende Autos: Wie Krypto-Milliardäre entspannen

Trotz des Einbruchs an den Kryptowährung-Märkten und der Enttäuschung aller, die in Bitcoin investiert hatten, als dieser rund 14.500 Euro kostete, gibt es immer noch die Glücklichen, die es auf die Liste der Milliardäre geschafft haben. Vielleicht haben diese wenigen Individuen eine gute Welle erwischt und ihre Krypto-Investments schlau verteilt, oder in anderen Worten "diversifiziert".

Wenn man nach der Anzahl der 2017 veröffentlichten Forbes-Liste von Krypto-Millionären geht, scheinen sogar Millionenverluste den Wallets der Berühmtheiten nicht auszumachen, wenn es darum geht, Urlaube zu organisieren. Die Orte, an welchen die Blockchain-Evangelisten ihre freie Zeit verbringen, sind genauso ungewöhnlich wie ihre Einkommensquelle:

Image source: Forbes

Richard Bransons Insel

4.430.000.000 Euro - persönliches Kapital

52.500.000 Euro - Necker Island Kaufpreis

202.000 Euro - Gibbs Aquada amphibian

Der britische Philanthrop und Eigentümer des Unternehmens Virgin Group Empire überraschte die Gemeinschaft wieder mit seiner Exzentrizität. Er flog bereits in einem Heißluftballon, verwandelte sich in eine Frau und bestieg das Gibbs Aquada, das weltweit erste amphibische Quad-Bike.

Jetzt ist er erfolgreich in die Ränge der Krypto-Elite aufgestiegen und lädt die wahren Geeks zum dritten Jahr in Folge zum Feiern auf seinem Rückzugsort auf Necker Island ein.

Unter ihnen befinden sich modere Rockefellers, Venture-Fonds-Manager und Staatsoberhäupter. Letztes Jahr beanspruchten im Zuge des privates Blockchain Summits unter anderem der estnische Ex-Präsident Thomas Hendrik Ilves und das Europäische Parlamentsmitglied Eva Kaili Bransons Gastfreundschaft.

Die Insel ist nicht nur bekannt für ihre Privatsphäre, sondern auch für ihre ganz spezielle Atmosphäre. Die Besucher berichten, dass innerhalb von 5 Tagen Bentley-, Chopard-, Chanel- und Privatjet-Anhänger zu Blockchain-Enthusiasten wurden und nur noch von "Transparenz" und "Ökosystem" sprechen wollte.

Image source: Virgin Group

Laut Branson habe ihn damals schlicht die Neugier in die Welt der Kryptowährungen gelockt und er möchte die Reise weiter fortführen.

"Ich bin mir nicht sicher, ob jemand genau weiß, wie die aufkommenden Zahlungstechnologien die Welt auf lange Sicht verändern werden - ich weiß es ganz sicher nicht. Aber ich bin überzeugt, dass sie einen großen, positiven Einfluss haben werden und ich freue mich auf die Reise. "

Es geht nicht ohne Brandons "Verrücktheiten". Das Event wird jedes Jahr von Bransons persönlichem Bitcoin-Kopfgeld und seinem beliebten Sprung in den Pool begleitet. Der Insel-Besitzer plant auch dieses Jahr wieder, die Pforten seiner Insel für Krypto-Millionäre zu öffnen - zum vierten Mal in Folge.

Brock Pierce und sein Paradies La Island de Blockchain

890.000.000 Euro (1 Mrd. US-Dollar) persönliches Kapital

890.000.000 Euro (1 Mrd. US-Dollar) versprochene Blockchain-Spende

4040 Euro - ein Ticket für eine Rundfahrt in Pierces Resort

1420 Euro - ein Quadratmeter Grundfläche in Puerto Rico

Der stärkste Hurrikan 'Maria', welche die "Insel der Verzauberung" in Puerto Rico ruinierte, konnte dem stürmischen Enthusiasmus des Gründers des Block.One-Projektes nichts anhaben. Der in dem nördlichen Staat Minnesota geborene Pierce hat sich nicht umsonst einen sonnigen Platz für seine "Krypto-Utopie" ausgesucht. Gemeinsam mit anderen Abenteuern beschloss er, das Kapital von Puerto Rico - San Juan - in einen kompletten Staat mit Häfen und Flughäfen zu verwandeln, und kauften das Land.

Image source: NYTimes

Die Idee ist, dass Krypto-Ökonomien und Blockchain an einem Ort regieren, der sich vor Steuern versteckt, die Pierce und seine Freunde nicht zahlen wollen. Doch die Idee einer solchen Freiheit wird nicht von allen Einwohnern unterstützt und einige sind sogar der Meinung, dass der massive Grundstückskauf in Puerto Rico durch eine Gruppe Krypto-Millionäre eine Art modernen Kolonialismus auf der Insel darstellt. Zum Glück für den Milliardär teilen die Autoritäten diese Position nicht und unterstützen Pierce uneingeschränkt.

Pierce wird zunehmend auf Kreuzfahrten und Partys gesehen, wo er aktiv an vielen säkularen Partys und High-Tech-Ausstellungen teilnimmt, vor allem aber an solchen, die von anderen Krypto-Milliardären unterstützt werden. Anfang Mai wird Brock mit den ebenso bemerkenswerten Dinis Guarda und Miko Matsumura den Blockchain-Innovator-Summit mit Starbesetzung in Dubai abhalten, der von fliegenden Autos, Robotern, Wüstenpartys und Virtual-Reality-Portalen begleitet wird. Alles, wonach sich das Herz des Krypto-Genies verzehrt. Im Unterschied zu Bransons Party darf bei diesem Event jeder teilnehmen - und den Berühmtheiten macht das nichts aus.

Der Wahnsinn des John McAfee

2.020.000.000 Euro (2,5 Mrd. US-Dollar) - McAfees Profit

85.000 Euro - Preis für ICO-Twitter-Post

1680 Euro -  ein Quadratmeter Grundstück in der Dominikanischen Republik

McAffees Name wurde speziell in der letzten Zeit und durch diverse Vorkommnisse in den letzten zwei Jahren bekannt. Der Milliardär investierte in diverse Projekte mit unterschiedlichem Erfolg, machte skandalöse Statements über Bitcoin-Preise und begann sogar damit, Werbeflächen für ICO-Startups auf seinem Twitter-Konto für den 'symbolischen' Preis von 85.000 Euro anzubieten. Später enthüllte McAffee, dass er seine Projekte vorsichtig auswählt und nur 5 Prozent davon ihn tatsächlich interessieren.

Wie viel der Milliardär tatsächlich durch den Sprung auf den ICO-Wagen verdient hat, ist unbekannt. Allerdings erschien auf seinem Twitter letztens ein Foto, dass den attraktiven Ausblick von seiner Ruhestand-Villa aus über die karibische Insel Dominica zeigt.

Image source: Instagram @officialjohnmcafee

Lambos für junge Millionäre

2.265.000 Euro - persönliches Kapital

326.000 Euro - Lamborghini Aventador

50 Euro - ein Gang im Polo Lounge Restaurant

Dubai zieht sie alle an, auch den jüngsten Krypto-Millionär Erik Finman, der mit 19 Jahren ein geschätztes Vermögen von 403 Bitcoins (etwa 2,3 Mio. Euro) besitzt. Seine jugendlich-dekadenten Anwandlungen sind auch auf seinen hochgeladenen Bildern ersichtlicht. Die zehntausend Dollar, die ihm seine Großmutter gab, um sein Studium zu finanzieren, wuchsen bald auf 3 Mio. und konnten nicht mehr auf der Kreditkarte gespeichert werden. Der neuste Millionär war so besorgt um seine Geldanlagen, dass er dem Beispiel eines beliebten Seriencharakters aus Breaking Bad folgte und nach Mexiko flog, um eine Harddisk mit allen Schlüsseln zu seinem Wallet zu verstecken.

Image source: Instagram @erikfinman

Was der Teenager in seiner freien Zeit treibt, lässt sich in keiner Weise mit den Freizeitaktivitäten seiner Altersgenossen vergleichen. Er lebt in Hollywood, isst in den besten Restaurants von Beverly Hills zu Abend und fährt in einem brandneuen Lamborghini herum, dessen Nummernschild seine Durchschnittsnote an der High School zeigt: 2.1, er hat sie übrigens nie abgeschlossen.

Ein Leben wie Gatsby

20.200.000 Euro - persönliches Kapital

3235 Euro - eine Stunde im Privatjet

706 Euro - Eine Suite im Horizon Club

Diese Wörter ertönen jedes Mal, wenn Mr. Smith über seine Erfolgsgeschichte spricht. Er war einst ein gewöhnlicher Mitarbeiter bei einer IT-Firma, der Bitcoins aus reinem Interesse gekauft hatte. Zu diesem Zeitpunkt lag der Preis für einen Coin noch bei 0,21 Euro und seine Kollegen machten sich über das Investment lustig.

Doch 2013, nach dem rapiden Bitcoin-Wachstum, stieg er die Reihen der glücklichen Gewinner auf, die auf einen Schlag extrem reich wurden. Er verließ die IT-Firma und bereist seitdem die Welt.

Als Bitcoin-Milliardär fliegt er exklusiv in der 1. Klasse oder mit einem Privatjet und nächtigt in Fünf-Sterne-Hotels, eines davon ist die Horizon Club Lounge auf der Insel Shangri-La in Hong Kong. Er hat bereits vergessen, wann er das letzte Mal zuhause zu Abend gegessen hat. In alter Gatsby-Manier erhebt Smith ein Glas voll Champagner mit den Worten:

"Niemals ein glanzloser Moment."

Der Lebensstil von Mr. Smith und anderen Krypto-Stars spiegelt die Ära der "neuen Milliardäre" wieder und den gefeierten Traum jener, die sich nichts sehnlicher wünschen, als von einem Moment auf den nächsten reich zu sein. Aber ob die unmittelbare Existenz tatsächlich so sorgenfrei ist und ob sie wieder in die Reihen der Millionäre in diesem Jahr aufgenommen werden, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass wir 2018 neue Gesichter auf Bransons Insel, ICO-Startups für eine Million Dollar und futuristische Gadgets sehen werden.

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