Twitter will dezentralen Webstandard für Social-Media entwickeln

Twitter Gründer Jack Dorsey hat bekanntgegeben, dass Twitter mit einem gesonderten Team an der Entwicklung eines offenen, dezentralen Webstandards für Social-Media arbeiten will.

In einer Reihe von Tweets wies Dorsey am 11. Dezember zunächst auf die wichtigsten Probleme hin, die die sozialen Medien heutzutage plagen. So würden Algorithmen zum Beispiel darauf programmiert sein, die Aufmerksamkeit der Social-Media Nutzer zu erhaschen, weshalb oftmals nur noch kontroverse Themen und Inhalte in den Fokus gerückt werden. Gleichsam wäre es für eine zentrale Instanz, also soziale Netzwerke, auch eine zu große Bürde, über die Legitimität von Inhalten zu entscheiden und sich zum alleinigen Wächter über Sitte und Moral zu machen.   

Kann Blockchain die Probleme von Social-Media lösen?

Als Lösung für diese und viele weitere Probleme sieht Dorsey die Entwicklung eines dezentralen Webstandards für Social-Media, der frei zugänglich und nutzbar wäre. Hierdurch wäre die öffentliche Debatte in den sozialen Netzwerken nicht mehr nur Zweckmittel für die wirtschaftlichen Ambitionen eines Unternehmens, sondern würde stattdessen in erster Linie den Zweck der gesamtgesellschaftlichen Meinungsbildung erfüllen.

Dorsey will dazu zunächst eine fünfköpfige Sonderabteilung bei Twitter einrichten, die dediziert an der Entwicklung eines solchen Webstandards arbeiten soll. Die Blockchain-Technologie könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen, da diese von Natur aus dezentral konzipiert ist. Allerdings dämpft Dorsey die Erwartungen, da es wohl „viele Jahre dauern wird, ehe ein solcher praxisfähiger, skalierbarer und stabiler Webstandard“ fertiggestellt wäre.

Dorsey hat großes Interesse an Krypto und Blockchain

Ende Oktober hatte Dorsey in das Krypto-Unternehmen CoinList investiert. Damals kommentierte er diesen Schritt mit dem Hinweis, dass die Kryptobranche eine vertrauenswürdige Plattform bräuchte, auf der neue Krypto-Projekte ihre Token-Verkäufe abhalten könnten.

Gleichsam hat Dorsey aber schon dementiert, dass es jemals einen „Twitcoin“ für sein soziales Netzwerk geben wird, stattdessen setzt er selbst auf Bitcoin. So sagte er damals:

„Ich denke, offene Webstandards sind sinnvoller als solche, die von Unternehmen kontrolliert werden.“

Anfang Dezember hatte das Blockchain-basierte soziale Netzwerk Voice bekanntgegeben, dass es am 14. Februar in seine Beta-Testphase gehen wird.