Japans Polizei untersucht Kryptojacking-Vorfall mit Monero-Mining-Software Coinhive

Japans Polizei untersucht einen Kryptojacking-Vorfall, der sich um die Monero-Mining-Software Coinhive dreht, wie eine Quelle dem lokalen Nachrichtendienst Mainichi am 12. Juni mitteilte.

Die Ermittler vermuten, dass die Beschuldigten Gesetze gegen Computerviren gebrochen haben. Laut der Quelle wurde bei dem Vorfall einer Webseite eingerichtet, die Coinhive-Krypto-Mining-Software auf den Computern von Besuchern installierte - ohne deren Einwilligung oder eine "klare Benachrichtigung über Mining-Aktivitäten".

Bisher hat die japanische Polizei drei Personen verhört, darunter ein Webdesigner. Einer der Verdächtigen soll bereits vom Standgericht in Yokahama eine Strafe von 100.000 Yen (etwa 748 Euro) auferlegt bekommen haben, für die illegale Platzierung eines Computervirus. Die Individuen, die in dem Fall verhört werden, sollen die Webseite angeblich im Herbst 2017 geschaltet haben. Laut Mainichi behauptet einer der Angeklagten, dass die Software kein Virus, sondern lediglich eine Methode der Monetarisierung von Webseitenaktivitäten sei - ähnlich einer Art Online-Anzeigenverteilung.

Der Fall wird vor dem Yokahama Bezirksgericht verhandelt und von mehreren verschiedenen Polizeibehörden verfolgt, darunter den Büros aus Kanagawa, Chiba und der Präfektur Tochigi in Zentraljapan. Die Beamten schätzen, dass der Fall strafrechtlich verfolgt werden kann, weil die Installation und Operation von Coinhive ohne die Einwilligung der Besitzer stattfand, was die Arbeitsweise der Maschinen auf eine Art und Weise beeinflusste, die nicht von dem Originalbesitzer vorgesehen war. Dies wird der angeblich erste Kriminalfall in Japan, der sich mit illegalen Krypto-Mining-Aktivitäten beschäftigt.

Coinhive wurde 2017 entwickelt und bald zu einem weitgreifenden Onlinewerkzeug, um Monero über Webseiten zu minen, indem es die CPU-Power und Elektrizität von Besuchern nutzt. Die Software hat in der Vergangenheit Computer über YouTube erreicht und wurde auf den Webseiten von Regierungen und Universitäten festgestellt.

Laut einem Januar-Report der Softwaresicherheitsfirma Check Point sind 55 Prozent aller Geschäfte weltweit von Kryptojacking betroffen. Der Report bezeichnete Coinhive als die Nummer eins der "Meistgesuchten Malware".

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