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Ezra ReguerraEzra Reguerra

Krypto-ETFs steuern auf baldigen Start in Südkorea hin, Freigabe fehlt noch

In Südkorea könnten schon bald Krypto-ETFs an den Start gehen, denn die KRX hält sich für diesen Schritt bereit, nur die Freigabe durch die Behörden fehlt noch.

Krypto-ETFs steuern auf baldigen Start in Südkorea hin, Freigabe fehlt noch
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Der südkoreanische Wertpapier- und Derivatebörsenbetreiber Korea Exchange (KRX) plant, sein Angebot um neue Anlageprodukte, darunter auch Krypto-Exchange-Traded Funds (ETFs) und Derivate, zu erweitern, um die Modernisierung der Kapitalmärkte voranzutreiben.

Bei seiner Rede anlässlich der Zeremonie zum ersten Handelstag des neuen Jahres signalisierte KRX-Vorstandsvorsitzender Jeong Eun-bo, dass die Börse operativ bereit sei, Krypto-ETFs zu unterstützen, auch wenn die Aufsichtsbehörden weiterhin darüber beraten, ob solche Produkte unter den bestehenden Wertpapiervorschriften zugelassen werden können.

Jeong stellte diesen Schritt als Teil der Bemühungen Südkoreas dar, den „Korea-Discount“ zu überwinden, ein Phänomen, bei dem inländische Aktien zu niedrigeren Bewertungen gehandelt werden als ihre internationalen Pendants. Bei Kryptowährungen ist die Dynamik interessanterweise umgekehrt, da Bitcoin an lokalen Börsen oft mit einem Aufschlag gegenüber ausländischen Plattformen gehandelt wird.

Er wies im Zuge dessen auch auf andere Initiativen hin, wie beispielsweise die schrittweise Umstellung auf den 24-Stunden-Handel und die allgemeine Bereitschaft für digitale Finanzdienstleistungen.

In der Neujahrsansprache wurden zwar keine neuen behördlichen Genehmigungen angekündigt, jedoch wurde die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Marktteilnehmern und politischen Entscheidungsträgern hervorgehoben, während das Land prüft, ob Kryptowährungen in sein traditionelles Finanzsystem integriert werden können.

Die Infrastruktur steht bereit

Die Äußerungen der KRX erfolgten, während die südkoreanischen Aufsichtsbehörden weiterhin den rechtlichen Status von Krypto-basierten Anlageprodukten prüfen.

Nach den derzeitigen Vorschriften gelten Krypto-Vermögenswerte nicht als zulässige Basiswerte für Wertpapiere, wodurch Krypto-basierte ETFs trotz steigender Nachfrage seitens der Anleger praktisch blockiert werden.

Die Finanzdienstleistungskommission hatte zuvor erklärt, dass sie über einen eigens dafür eingerichteten Krypto-Ausschuss mögliche Reformen prüfe, darunter auch die Frage, ob digitale Vermögenswerte im Rahmen des Kapitalmarktgesetzes anerkannt werden könnten.

Während die Aufsichtsbehörden noch dahingehende Entscheidungen abwägen, deuten die Äußerungen der KRX darauf hin, dass die Marktinfrastruktur möglicherweise kein limitierender Faktor mehr ist. Durch die öffentliche Bekundung ihrer Bereitschaft, kryptobasierte Produkte zu listen und zu handeln, positioniert sich die Börse so, dass sie schnell handeln kann, sobald die regulatorischen Hürden beseitigt sind.

Krypto-ETFs drängen in Südkorea auf den Markt

Die Unterstützung für Krypto-ETFs hat im Laufe des letzten Jahres in den Finanz- und Politikkreisen des Landes zugenommen.

Im Februar erklärte der Leiter der Financial Investment Association (KOFIA), dass die Branche darauf drängen werde, Bitcoin- und Eth Korea er ETFs im Inland zu listen, um der wachsenden Nachfrage von Anlegern gerecht zu werden, die ein reguliertes Engagement in Kryptowährungen suchen.

Das Thema wurde später im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im Juni in die Mainstream-Politik aufgenommen. Im Mai versprach Lee Jae-myung, der Spitzenkandidat der Demokratischen Partei für die Präsidentschaftswahlen, im Falle seiner Wahl Spot-Krypto-ETFs zu genehmigen. Lee gewann die Wahl.