Calibra-CEO: Libra ist keine Bedrohung für Souveränität der Staaten

Der CEO von Calibra, der digitalen Wallet von Facebook für den geplanten Stablecoin Libra hat versucht, die Bedenken über Libra als Bedrohung für das globale Finanzsystem zu zerstreuen.

Kein neues Geld - nur ein besseres Zahlungsnetzwerk

Inmitten des Treffens zwischen den Libra-Gründern und 26 globalen Zentralbanken in Basel hat der Calibra-CEO David Marcus Libra am 16. September auf Twitter in Schutz genommen.

In einem Twitter-Thread mit dem Titel "Finanzielle Souveränität der Länder vs. Libra" schrieb Marcus:

"In letzter Zeit wurde viel darüber gesprochen, dass Libra die finanzielle Souveränität der Länder bedrohen könnte. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um diese Bedenken zu zerstreuen."

Der CEO von Calibra betonte, dass das Kryptowährungsprojekt Libra nicht beabsichtige, eine neue Währung zu schaffen, sondern ein "besseres Zahlungsnetzwerk und System aufzubauen, das auf den bestehenden Währungen aufbaut", um den Benutzern auf der ganzen Welt einen bedeutenden Mehrwert zu bieten. Er betonte, dass kein neues Geld geschaffen werde. Das würde "strikt die Aufgabe der souveränen Länder bleiben".

Libra will eine starke Regulierungsaufsicht

Marcus betonte, dass der Libra 1:1 an einen Korb starker Währungen gekoppelt sei und dass Libra Association bereit sei, eine strenge Regulierungsaufsicht zu akzeptieren, um zu verhindern, dass das Unternehmen seine versprochene 1:1-Kopplung nicht einhalten kann.

Die Führungskraft erklärte abschließend, dass Libra weiterhin mit Zentralbanken, Regulierungsbehörden und politischen Entscheidungsträgern zusammenarbeiten würde, um sicherzustellen, dass deren Bedenken in die Gestaltung und den Betrieb von Libra einfließen.

BIZ-Chef: Regulierungsbehörden sollten grenzüberschreitenden Kryptos "koordinieren" 

Derzeit findet die erste große Begegnung zwischen den Libra-Gründern und globalen Entscheidungsträgern statt. 

Am 16. September veranstaltete die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ein Treffen mit hochrangigen Mitarbeitern globaler Behörden, um Regulierungsfragen im Zusammenhang Stablecoin-Projekten zu diskutieren, die von Finanzinstituten und Technologieunternehmen unterstützt werden, wie die BIZ offiziell in einer Pressemitteilung erklärte.

Im Rahmen der Konferenz gab es Präsentationen von der Libra Association sowie der globalen Investmentbank JP Morgan und der Blockchain-basierten Firma Fnality International.

Agustín Carstens, der Geschäftsführer der BIZ, betonte, wie wichtig die globale regulatorische Koordination für das Verständnis in Bezug auf die Details des Projektes sei. Carstens erklärte:

"Ein wichtiger Aspekt bei der Bewertung neuer Initiativen ist es, die Details zu verstehen [...] Wenn solche Initiativen nationale Grenzen überschreiten, ist es wichtig, dass sich die Regulierungsbehörden absprechen und zu einem gemeinsamen Verständnis kommen."

Die deutsche Regierung hat sich unterdessen am 13. September gegen Projekte wie Libra ausgesprochen und behauptete, dass sie die Entwicklung von Stablecoins, genau wie Frankreich, nicht genehmigen werde.