Ehemaliger CTO von MakerDAO deutet interne Konflikte an

Andy Milenius, der ehemalige technologische Leiter bei MakerDAO, veröffentlichte einen offenen Brief vom 3. April, in dem er seine Bedenken im Hinblick auf die internen Konflikte des Projekts ausführlich erklärte. MakerDAO ist das Unternehmen hinter dem dezentralen algorithmischen Ethereum-Stablecoin DAI sowie hinter dem Governance-Token Maker (MKR).

In seinem 24-seitigen Brief beschreibt Milenius einen Konflikt zwischen seinen Vorstellungen eines gleichberechtigten Arbeitsplatzes und Demokratisierung im Sinne einer dezentral-autonomen Organisation (DAO) und dem Wunsch seiner Kollegen in Führungspositionen nach einer traditionellen Unternehmenseffizienz.

Darin wird Rune Christensen, dem CEO des Unternehmens, vorgeworfen, er habe versucht, die Kontrolle über die DAO zu übernehmen. Das habe dazu geführt, dass die Kernentwickler des Projekts unkooperativ wurden. Die Entwickler arbeiteten in einer separaten Firma namens DappHub. Dies habe offenbar der Sicherung ihrer Unabhängigkeit gedient, so der Brief.

In seinem Brief veranschaulicht Milenius auch, dass er Christensen irgendwann mitteilte, dass er gehen würde, wenn Matt Richards, der damalige Präsident und Betriebsleiter des Unternehmens, das nicht täte. Berichten zufolge habe dieses Gespräch zum Ausscheiden von Richards geführt.

Millenius bestätigte am 28. April gegenüber Cointelegraph, dass der Brief tatsächlich von ihm verfasst worden und er nicht mehr der CTO von MakerDAO sei.

Am 27. April veröffentlichte Richards in einem Reddit-Thread eine Antwort auf die Anschuldigungen und erklärte seine Ansicht zu diesem Konflikt. In seinem Post heißt es:

"Es war nicht genug, dass Andy das Finanzsystem neu erfand. Er musste auch unbedingt die Art und Weise neu erfinden, wie gearbeitet wird (er wusste dabei nicht, inwiefern man die Art und Weise ändern sollte, nur dass sie geändert werden musste)."

Er beschwerte sich auch darüber, dass Milenius, wie Richards sagt, der Meinung gewesen sei, dass eine Rechenschaftspflicht nicht akzeptabel sei und dass er keine Rücksicht auf die Interessen der Inhaber von MKR -Token genommen habe. Er behauptet auch, dass Millenius die Ansicht vertrat: "Die Effizienz, die mit einer expliziten Hierarchie einherging, kann nicht ausgleichen, wie uncool oder unfair das war". Abschließend erklärte er:

"Ich bin zuversichtlich, was die Zukunft dieses Projekts betrifft, und glaube, dass es ohne Andy wahrscheinlich besser sein wird."

Wie Cointelegraph kürzlich berichtete, hat DAI in letzter Zeit Schwierigkeiten gehabt, seine Kopplung an den US-Dollar aufrechtzuerhalten. Aber die Community ist in Bezug auf den Erfolg des Token offenbar zuversichtlich.

Auch die Firma hinter dem bekannten Stablecoin Tether (USDT) hat kürzlich auf Behauptungen reagiert. Laut diesen sollen deren Gelder verwendet worden sein, um den Verlust von umgerechnet rund 762 Mio. Euro zu decken, zu dem es bei der Kryptobörse Bitfinex kam. Die Firma entgegnete darauf, dass die Gerichtsdokumente der New Yorker Staatsanwaltschaft "mit falschen Behauptungen durchsetzt" seien.