Marshallinseln planen Blockchain basierte Nationalwährung mit fixer Umlaufmenge

Die Marshallinseln wollen eine eigene Nationalwährung herausbringen, die auf der Blockchain basiert, wodurch sich der Inselstaat mehr Unabhängigkeit und gleichzeitig eine bessere Anbindung an das internationale Finanzsystem erhofft.  

Die geplante Herausgabe des Marshallesischen Souveräns (SOV) wurde am 4. September in einem Blogeintrag von David Paul, dem assistierenden Minister des Präsidenten der Marshallinseln, angekündigt.

Blockchain-Technologie von besonderer Bedeutung

Bereits 2018 hatte der Inselstaat ein Gesetz verabschiedet, dass die Schaffung einer eigenen souveränen Landeswährung auf den Weg gebracht hat. Ein Schritt, der schon lange überfällig scheint, da die Marshallinseln seit 1979, als die Inselgruppe ihre Unabhängigkeit erklärt hat, den US-Dollar als offizielle Währung nutzt.

Wie Minister Paul in seiner Erklärung beschreibt, wird der US-Dollar allerdings als offizielles Zahlungsmittel erhalten bleiben, dementsprechend ersetzt der SOV den US-Dollar nicht, sondern wird parallel zu diesem herausgegeben. Die neue Landeswährung existiert dabei ausschließlich in digitaler Form, was ein entscheidendes Kriterium für deren Einführung ist, da die 50.000 Einwohner des Staates auf mehr als 1.000 Inseln verteilt sind. Die flächendeckende Versorgung mit Geld ist deshalb aufwendig und kostenintensiv, ein Problem, das durch die Digitalwährung gelöst werden soll. 

Der Einsatz der Blockchain-Technologie ist dabei von besonderer Bedeutung, da Transaktionen hierdurch „schnell, einfach und kostengünstig“ abgewickelt werden können. Außerdem ermöglicht die Technologie dem Staat, die Vorschriften des internationalen Finanzwesens automatisch und ohne zusätzlichen Aufwand einzuhalten, da die „Gesetzestreue bereits in das Protokoll eingebaut ist“, wie Minister Paul es beschreibt.

Hiermit soll explizit auch der Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verstärkt werden, indem Bürger sich bei Banken oder Börsen registrieren lassen müssen, wenn sie den SOV nutzen wollen. Gleichsam betont der Minister aber, dass für den größtmöglichen Datenschutz gesorgt werden soll: 

„Es ist von entscheidender Bedeutung, dass jedes Individuum auf den vollen Datenschutz vertrauen und frei entscheiden kann, an wen welche Informationen offengelegt werden.“

„Geld darf keine unbegrenzte Ressource sein“

Als einen weiteren wichtigen Punkt führt Minister Paul an, dass der SOV eine strikt begrenzte Umlaufmenge haben wird, die auch von der Regierung nicht manipuliert werden kann. Stattdessen ist das Wachstum der Umlaufmenge jährlich auf 4% festgesetzt:

„Wir haben uns für eine fixe Umlaufmenge mit fixem Wachstum entschieden, da Fiatwährungen extrem instabil sein können. […] Die Geldpolitik der großen Zentralbanken sind darauf auch keine Antwort, wie die steigenden Preise von Gold und Bitcoin belegen. Als Regierung ist es uns wichtig, einen nachhaltigen Ansatz für unsere Währung zu wählen und Geld nicht wie eine unbegrenzte Ressource zu behandeln.“

Abschließend heißt es, dass die Marshallinseln in ihrer eigenen Digitalwährung die Möglichkeit sehen, einen eigenen innovativen Weg einzuschlagen, der zu mehr Unabhängigkeit führt, aber auch die Einbettung ins internationale Finanzsystem verbessert.

Wie Cointelegraph zuletzt berichtet hatte, plant China ebenfalls den Start einer eigenen Digitalwährung, die zunächst allerdings nur für Zahlungsabwicklungen im Einzelhandel genutzt werden soll.