Norddeutsche EnergieWende 4.0: Blockchain-Energieplattform besteht Praxistests

Das Verbundprojekt Norddeutsche EnergieWende 4.0 (NEW 4.0) hat unter Beteiligung mehrerer Industrieunternehmen und Stromproduzenten eine Blockchain-Handelsplattform für erneuerbare Energie getestet. Dies meldete die für die Entwicklung der Blockchain-Plattform mitverantwortliche Ponton GmbH am 21. Januar.

Blockchain-Stromhandel mit Großabnehmern

Unter Realbedingungen seien verschiedene Anwendungsfälle erfolgreich getestet worden, wie “kurzfristige, auf individuellen Lieferintervallen basierende Flexibilitätsgeschäfte zwischen industriellen Großabnehmern wie TRIMET Aluminium SE, ArcelorMittal Hamburg GmbH und Aurubis AG”. Zur Bedeutung dieser Tests mit Großunternehmen schreibt Ponton:

“Diese Produzenten benötigen große Mengen an Energie für ihre Produktionsprozesse und bieten gelegentlich überschüssige Energie an, die sie kurzfristig verkaufen können. Die neue Energiehandelsplattform NEW 4.0 ermöglicht die Monetarisierung der Flexibilität durch den Verkauf von Strom an Verbraucher, die einen unerwarteten Bedarf an zusätzlicher Energie haben. Dies ermöglicht eine effizientere Nutzung von regionalen Flexibilitäten, die in industriellen Prozessen schlummern.”

Der über die Blockchain-Plattform gehandelte Strom für den Test wurde von mehreren Partnern bereitgestellt. Die Stadtwerke Norderstedt lieferten grünen Überschussstrom aus Windkraftanlagen an ihre Einzelhandelskunden und die Stadtwerke Flensburg stellte Strom aus einem Heizkraftwerk bereit.

Die von Ponton mit entwickelte Energieplattform nutzt nach Aussage des Unternehmens Pontons WRMHL Blockchain Framework, welches auf der Konsensus-Engine Tendermint Core basiert.

Weitere Pilottests für Stromhandel auf der Blockchain

Stromhandel per Blockchain wird bereits von mehreren Projekten getestet. Der Energieversorger Wien Energie testet in der österreichischen Hauptstadt bereits seit dem Sommer mit 100 Anwohnern den dezentralen Handel von selbst erzeugtem Solarstrom per Blockchain. In Deutschland führen die Stadtwerke von Tübingen und Eberbach Pilottests mit einem durch das Startup Stromdao bereitgestellten System durch. In einem in der österreichischen Steiermark können lokale Energiegemeinschaften in einem Praxistest den eigenen Solarstrom über ein Blockchain-System untereinander handeln.