Forscher behaupten: Ein einziger Wal hinter BTC-Bullenlauf 2017

Zwei Forscher haben ihre Behauptungen im Zusammenhang mit Marktmanipulationen im Winter 2017 nun weiter ausgeführt. Sie behaupten nun sogar, dass ein einziger Wal für diesen historischen Kursanstieg bei Bitcoin verantwortlich gewesen sei. Bloomberg hat am 4. November darüber berichtet.

John M. Griffin und Amin Shams, zwei Professoren an den Universitäten von Texas und Ohio, haben ihre Studie aktualisiert, in der es um Marktmanipulation bei Bitcoin geht. Demzufolge soll eine solche Manipulation hinter dem Bitcoin-Bullenlauf im Dezember 2017 stecken, als der Kurs sein Allzeithoch von 20.000 US-Dollar erreichte.

"Markt-Hellseher" oder Manipulation

In der Analyse von Griffin and Sham, die erstmals im Juni 2018 in einem Forschungsbericht veröffentlicht wurde, hieß es, dass Transaktionsmuster auf der Blockchain darauf hindeuten würden, dass Tether verwendet wurde, um den Kurs zu stützen und den Bitcoin-Markt zu manipulieren:

"Mit Tether wurden Käufe direkt nach Marktrückgängen gemacht und diese führten zu beträchtlichen Kurssteigerungen bei Bitcoin. Dieser Geldfluss ist auf eine Organisation zurückzuführen. Dabei kam es unter runden Kursen zu Clustern. Das führte zu asymmetrischen Autokorrelationen bei Bitcoin und deutet auf unzureichende Tether-Reserven noch vor dem Ende des Monats hin."

Das deute nicht auf eine Nachfrage von Bargeldanlegern hin, so die Argumentation. Diese Muster würden sich mit einer auf dem Angebot basierten Hypothese ungestützten, digitalen Geldes decken. Das habe die Kryptowährungskurse aufgebläht. 

In einer Aktualisierung ihrer vorhergehenden Studie gehen die Wissenschaftler sogar noch einen Schritt weiter. Diese Aktualisierung soll in einem geplanten Bericht für das Journal of Finance offiziell veröffentlicht werden. 

Die Forscher argumentieren, dass eine Analyse der Tether- und Bitcoin-Transaktionen vom 1. März 2017 bis 31. März 2018 ihre Ansicht stütze, dass eine einzige Organisation - die auf der Tether-Schwester Bitfinex gehandelt hat - hinter der Manipulation gesteckt habe:

"Dieses Muster ist nur in Phasen zu beobachten, in denen neue Tether ausgegeben wurden. Verantwortlich ist dafür nur ein einziger großer Kontoinhaber. Auf anderen Börsen wurde dieses wiederum nicht beobachtet."

Die Wissenschaftler behaupten:

"Simulationen zeigen, dass diese Muster sehr wahrscheinlich kein Zufall sind. Dieser eine große Konzern oder Organisation war entweder ein Markt-Hellseher oder hatte einen extrem großen Einfluss auf die Bitcoin-Kurse, der bei den Gesamtströmen anderer kleinerer Trader nicht vorhanden ist".

Bitfinex weist Vorwürfe zurück

Der Leiter der Rechtsabteilung bei Tether Stuart Hoegner hat die Behauptungen der Wissenschaftler zurückgewiesen und eine Erklärung veröffentlicht, dass diese Studie "grundlegend fehlerhaft" sei und einem unzureichenden Datensatz zugrunde liege. 

Außerdem erklärte er, dass die Motivation für die Studie die Unterstützung einer "parasitären Klage" gegen Tether, Bitfinex und dessen Betreiber iFinex gewesen sei.