In einem offenen Brief an die führenden Präsidentschaftskandidaten der Vereinigten Staaten fordert Charles Cascarilla, CEO von Paxos, diese auf, Stablecoins zu akzeptieren, um die globale Dominanz des US-Dollars zu erhalten und Ineffizienzen im traditionellen Bankensystem zu verbessern.

Die nächste Regierung könnte über die künftige Führungsrolle der Vereinigten Staaten in der globalen Finanzindustrie entscheiden, schrieb Cascarilla in dem offenen Brief, der am 29. Oktober veröffentlicht wurde.

Blockchain und Stablecoins stellen das Finanzsystem neu auf, um eine Symbiose mit dem Internet zu schaffen, schrieb Cascarilla. Er erklärte:

"Stablecoins oder digitale Dollar - US-Dollar, die mit Hilfe der Blockchain-Technologie digitalisiert wurden - sind das entscheidende Upgrade für das Zahlungssystem, das den Geldverkehr revolutionieren, eine größere Beteiligung an der Weltwirtschaft ermöglichen und die Vorherrschaft des US-Dollars für die kommenden Jahre sichern wird."

Der Brief kommt eine Woche vor den US-Präsidentschaftswahlen, die zu einem Brennpunkt für Krypto-Investoren geworden sind, da sie die regulatorische Landschaft der Branche für die nächsten vier Jahre prägen könnten.

Der ehemalige Präsident Donald Trump gilt als der krypto- und innovationsfreundlichere Kandidat, der sich möglicherweise für weniger restriktive Vorschriften einsetzt als seine Gegenkandidatin, Vizepräsidentin Kamala Harris.

Globales Finanzsystem "geschlossen, veraltet und ineffizient"

Cascarilla vergleicht das traditionelle Finanzsystem mit der veralteten Effizienz der Post und fordert den künftigen US-Präsidenten auf, Stablecoins und die Blockchain-Technologie in Betracht zu ziehen, um diese Ineffizienzen zu beseitigen.

Er schrieb in dem offenen Brief:

"Das globale Finanzsystem ist geschlossen, veraltet und ineffizient. Dieser Wirtschaftszweig ist für die USA lebenswichtig, aber er arbeitet mit der Geschwindigkeit der Post, während die übrige Wirtschaft sich durch den erfolgreichen Einsatz von Technologie und Internet rasch erneuert hat."

Mehr als 20 % der US-Bevölkerung und 40 % der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen wie Krediten und Sparkonten, wie Daten der Federal Reserve und der Weltbank zeigen.

Cascarilla argumentiert, dass die Blockchain-Technologie jedem, der über ein Smartphone oder einen Computer und einen Internetzugang verfügt, den Zugang zu Finanzdienstleistungen erleichtern kann, insbesondere in Gebieten, in denen es keine Bankinfrastruktur gibt.

EU den USA bei der Regulierung von Kryptowährungen und Stablecoins voraus?

Einige Anleger befürchten, dass die USA bei der Regulierung von Kryptowährungen hinterherhinken könnten, wenn man bedenkt, dass die europäische Verordnung über Märkte für Kryptowährungen (Markets in Crypto-Assets Regulation, MiCA) als weltweit erster umfassender regulatorischer Rahmen für Kryptowährungen in Kürze in Kraft treten wird.

Während das eine große Entwicklung für die Kryptoindustrie ist, führen die MiCA-Regeln laut Paolo Ardoino, CEO von Tether - dem weltweit größten Stablecoin-Emittenten - zu "systemischen" Bankrisiken für Stablecoins.

Ardoino erklärte in einem Interview während der Plan B in der schweizer Stadt Lugano:

"Wenn man 10 Mrd. Euro verwaltet, muss man 6 Mrd. Euro in Bareinlagen anlegen. Das sind 60 % von 10 Mrd. Euro. Wir wissen, dass Banken 90 % ihrer Bilanzsumme verleihen können. Von den 6 Milliarden Euro leihen sie also 5,4 Milliarden Euro an die Menschen aus [...] 600 Millionen Euro bleiben in der Bankbilanz."

Paolo Ardoino von Tether, Interview mit Zoltan Vardai von Cointelegraph, Clip 1. Quelle: YouTube

Die Mindestreservepflicht, die MiCA für Banken vorsieht, wird wohl dazu führen, dass ein wachsender Teil der Stablecoin-Reserven in den Bankbilanzen gehalten wird, was im Falle eines Bankkonkurses erhebliche Auswirkungen haben wird.

Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.