Q1 bricht Bitcoins negativ Rekorder, aber sollte der Markt Q2 optimistisch gegenüber sein?

Es geschieht nicht oft, dass der Kryptowährungsmarkt über einen längeren Zeitraum ein negatives Wachstum verzeichnet; die ersten drei Monate des Jahres 2018 waren jedoch die Ausnahme. Tatsächlich hat das erste Quartal 2018 Rekorde gebrochen und gilt als das schlechteste erste Quartal in der Geschichte von Bitcoin und das zweitschlechteste Quartal aller Zeiten.

Eine Woche nach Beginn des zweiten Quartals nähern sich die Kryptoanalysten und Experten den nächsten Monaten optimistisch, trotz allem, was vorher passiert ist. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, und wenn Geschichte verfolgt und beachtet werden soll, dann ist das Q2 vielversprechender und optimistischer.

Der Druck, der Q1 in den Schmutz gerissen hat, beginnt sich zu entspannen, die Regulierungsbehörden finden ihr Gleichgewicht und noch ungewöhnlichere Dinge wie das Ende des chinesischen Neujahrs und die Steuereinnahmen können das zweite Quartal positiv beeinflussen.

Was ist der Schaden?

Wenn man Bitcoin als Aushängeschild des Kryptomarktes betrachtet, ist der Preisverfall ziemlich verheerend. Und tatsächlich war Bitcoin einer der besseren Performer, wenn man den Rückgang der meisten Münzen von ihren Allzeithochs von Dezember und Januar in Betracht zog.

Bitcoin ist zum Veröffentlichungszeitpunkt um 65 Prozent von seinem Allzeithoch gefallen - immer noch besser als einige der anderen Top-Ten-Altcoins, wie zum Beispiel Cardano, welche um 88 Prozent gesunken ist.

Im ersten Quartal fiel Bitcoin um 50 Prozent. Der Wert der Kryptowährung fiel von 10.941 Euro am 1. Januar auf 5.927 Euro am 30. März. Zum Ende des Quartals waren 93,7 Mrd. Euro Marktkapital ausgelöscht.

Um es in einen Kontext zu bringen

Bitcoin hat in den sieben Jahren zuvor im ersten Quartal des jeweiligen Jahres schlecht abgeschnitten. Die wurde auf eine Reihe von Gründen zurückgeführt, darunter das chinesische Neujahr, das Anfang Februar stattfindet.

In seinen acht ersten Quartalen hatte Bitcoin vier negative Starts in ein neues Jahr. 2018 war der Verlust mit 50 Prozent am größten, gefolgt von 2014 mit 39,47 Prozent. Diese Zahlen verblassen jedoch im Vergleich zum Wachstum einiger Jahre, wie 2013, als Bitcoin in drei Monaten um 588 Prozent wuchs.

BITCOIN FIRST QUARTERS PERFORMANCE

Was verursacht den Rückgang?

Es war von vornherein klar, dass 2018 immer ein interessantes Jahr für Bitcoin und andere Kryptowährungen sein wird, die im Vergleich zu 2017, das in Bezug auf den Preis und die allgemeine Akzeptanz so historisch war, eine Fortsetzung fand. Bitcoin erreichte Ende Dezember sein Allzeithoch von 16.314 Euro , als sich der Markt für Kryptowährungen in den Mainstream stürzte.

Plötzlich war Bitcoin in allen Mündern; Talkshow-Moderatoren versuchten, es einem breiten Publikum zu erklären und jeder versuchte sein Bestes, um zu investieren, oft auf dumme Weise, etwa mit Schulden.

Dies erregt auch das Interesse von Regulatoren und Regierungen, die erkannt haben, dass dies mehr als eine Modeerscheinung war und dass sie eingreifen müssen, um Regelungen für diese dezentralisierte Finanzierungsform zu erreichen.

Das Gleichgewicht finden

Behörden und Regierungen traten ein, aber alle gingen andere Wege. Es gab eine Reihe von verschiedenen Regeln, Gesetzen und Empfehlungen aus verschiedenen Ländern, wie Bitcoin und andere Kryptowährungen behandelt werden sollten.

Einige waren strenger als andere, was sich auf das Wachstum und das Interesse der Anleger auswirkte. Die Aufsichtsbehörden haben jedoch größtenteils versucht, ein Gleichgewicht für diese Form der Währung zu finden, um in die bestehende Finanzregulierung zu passen.

Bei einem G-20-Gipfel im vergangenen Monat hat der Gouverneur der argentinischen Zentralbank eine Frist bis Juli festgelegt, nach der die Mitglieder "konkrete Empfehlungen dazu haben sollten, was zu tun ist" und die Taskforces arbeiten daran, Vorschläge zu unterbreiten.

Zusammenhang mit Aktien

Natürlich sind Kryptowährungen, ob reguliert oder nicht, immer noch eine interessante und aufregende Ware, in die man investieren kann und vor dem aufsichtsrechtlichen Aufwärtstrend gab es einen Anstieg der Interesse auf der Wall-Street.

Die Akzeptanz traditioneller Anleger hat eine Korrelation zwischen Kryptowährungen und Aktien erlebt, mit Hilfe von Tools wie Bitcoin futures, die ebenfalls eine breitere Anziehungskraft ausüben. Die Korrelation zwischen den Aktienmärkten und Bitcoin ist deutlicher geworden, was darauf hindeutete, dass die digitale Währung immer noch als Risikoanlage wahrgenommen wird, im Gegensatz zu einer sicheren Anlage wie Gold.

90-Day Correlation S&P and Bitcoin Daily Returns

Quelle: DataTrek Research

Was hält die Zukunft parat?

Von Marktanalysten und Kryptowährungsexperten wird immer noch ein optimistischer Kurs in das zweite Quartal eingeschlagen. Erstens scheinen die schlechten Nachrichten, die den Wert von Bitcoin gedrückt haben, insbesondere der regulatorische Druck, zu verblassen.

Zweitens, die verbleibenden schlechten Nachrichten oder sogar FUD; wie das südkoreanische "Verbot" , die Fehlinterpretation des indischen Verbots und mehr Druck aus China, hat seine Wirkung, sodass mehr schlechte Nachrichten nicht so viel Schaden anrichten können.

Naeem Aslam, ein Krypto-Berichterstatter und leitender Marktanalyst bei ThinkCoin, hat diesen schlechten Nachrichtenzyklus für Cointelegraph auseinandergenommen.

"Wenn man sich die Bitcoin-Preisbewegung ansieht, sind viele der schlechten Nachrichten bereits eingerechnet. Jede neue Entwicklung, die negativ für die Kryptowährung ist, wird nur als eine Erweiterung des aktuellen Ereignisses betrachtet.

"Die bedeutet, dass es keine nennenswerte Abwärtsbewegung für den Bitcoin-Preis hervorbringt. Ich bin ein wenig besorgt, dass, wenn das vorherige Tief nicht hält, es sehr wahrscheinlich ist, dass wir uns in Richtung der 4.000 Euro Marke bewegen."

Deswegen ist Aslam der Ansicht, dass im zweiten Quartal ein substanzielles Wachstum zu verzeichnen sein wird:

"Gegen Ende des zweiten Quartals erwarte ich, dass der Kryptomarkt sich höher bewegt oder zumindest nahe genug ist, um ein Bottom zu bilden."

Brian Kelly, Gründer von Brian Kelly Capital und ein häufiger Gast bei "Fast Money", erzählte CNBC, dass Q2 immer positiv für Bitcoin und den Kryptowährungsmarkt sei.

"Q2 ist immer gut für Bitcoin. Es wird ein bedeutenden Rally geben, wenn die Saison den Rückenwind bringt."

Mit saisonalen Rückenwinden sind historische Daten gemeint, die eine bessere Performance im zweiten Quartal zeigen, sowie eine Reihe von großen Konferenzen, die für positive Stimmung sorgen.

Kelly glaubt auch, dass es eine Abschwächung der Negativität geben wird, ´welche Q1 geplagt hat, einschließlich der regulatorischen Razzia:

"Wir sind zu dem Extrem der Regulierungen gegangen, sodass Südkorea denkt, dass sie es verbieten werden, während die USA sagt, dass alles sicher ist, sodass sie die Regulationen herunterschrauben können. Sie sehen wieder eine Verschiebung dieser Art. Ich denke, das meiste liegt schon hinter uns."

Eine Frage der Perspektive

Es ist einfach, einen kleinen Teil von Bitcoins Geschichte isoliert zu betrachten und in Panik zu geraten; Es ist eine neue und volatile Ware, die, wenn sie aufgeht, hochschnellt und wenn sie unten ist, das Gleiche zutrifft.

Bitcoins Q1 mag ein schlechter Performer sein, aber das Herauszoomen zeigt die Perspektive der Dinge. Der 5. August 2017 war ein wichtiger Tag, als die Krypto-Community Bitcoins feierte, die die Marke von 2.500 Euro durchbrach. Das ist weniger als die Hälfte von heute; das war vor acht Monaten.