Forscher warnen: Krypto-Malware infiziert 72.000 Geräte

Allein im Jahr 2019 wurden rund 72.000 Geräte von einer verdächtig billigen, aber dennoch erfolgreichen Malware infiziert. Dabei wurden Kryptowährungen gestohlen, wie aus aktuellen Daten hervorgeht. 

MasterMana verbreitet sich weiter

Laut dem Forschungsbericht vom 2. Oktober der Cyberinformationsfirma Prevailion verwendet das MasterMana-Botnet eine billige russische Malware, die als Trojaner über betrügerische Phishing-E-Mails verteilt wird.

Die Malware selbst kostet wahrscheinlich nur 100 US-Dollar, obwohl die Hacker auch einen virtuellen öffentlichen Server für 60 US-Dollar benötigten. 

Obwohl MasterMana insgesamt nur etwa 160 Dollar kostet, war die Malware äußerst erfolgreich, wie Prevailion warnte. Das Unternehmen kam zu dem Schluss, dass die Kriminellen dahinter seit Dezember 2018 jede Woche 2.000 Geräte erreichten. Die Forscher erklärten: 

"Die Kriminellen hinter diesem System sahen eine Chance und scheinen eine schöne Nische für sich gefunden zu haben. Wir vermuten, dass dieser Kriminelle wahrscheinlich weiter machen wird, da öffentliche Berichte von vorher ihn nicht abgeschreckt haben. Deshalb wollten wir diese neue Vorgehensweise öffentlich machen, damit Netzwerkverantwortliche diese Systeme leichter identifizieren können."

Zahlreiche Bedrohungen für Krypto-Nutzer

Die Malware tarnt sich als Dokument in einer Phishing-E-Mail. Wenn ein Benutzer das infizierte Dokument öffnet, löst das eine Reihe von Aktionen aus, die Hintertüren einrichten. Über diese können dann Kryptowährungen aus Hot-Wallets gestohlen werden.

Die Erholung bei den Kryptowährungen in diesem Jahr hat dazu geführt, dass fast wöchentlich neue Bedrohungen entdeckt werden.

Erst letzte Woche warnten Cybersicherheitsexperten vor einer neuen Spyware, die mit Hilfe des verschlüsselten Messengers Telegram die Adressen der Benutzer-Wallets durch eigene ersetzt. 

Vor kurzem hat der große slowakische Antivirensoftware-Anbieter ESET einen Banking-Trojaner entdeckt, der Kryptowährungen stehlen kann und besonders in Lateinamerika verbreitet ist.

Wie Cointelegraph berichtete, wurden in diesem Jahr von Cyberkriminellen schätzungsweise insgesamt 4,3 Mrd. US-Dollar gestohlen.