Debatte über alarmierend hohen Bitcoin-Mining-Energieverbrauch ist laut Forschern "übervereinfacht"

Eine Expertin für saubere Energie hat in einem Artikel vom 20. August in The Conversation die allgemeine Wahrnehmung angefochten, dass der hohe Energieverbrauch die "Achillessehne" für Bitcoin (BTC) sei

Katrina Kelly, Strategiemanagerin an der Universität des Pittsburgh-Zentrums für Energie, sagte, dass sich Debatte rund um das Mining von Bitcoin von dessen Energie-Intensität in Richtung dem Standort und der Art und Weise der Energiegewinnung entwickeln sollte.

"Indem wir speziell über ... den Verbrauch von Energie sprechen, missverstehen viele einen der grundlegendsten Vorteile von erneuerbaren Energiesystemen. Die Stromproduktion kann sich erhöhen und gleichzeitig die Umwelt nur minimal belasten .... Nicht alle Arten von Energieerzeugung sind in ihren Auswirkungen auf die Umwelt gleichwertig, und die Welt ist nicht gleichmäßig auf die gleichen Arten von Erzeugung über Staaten und Märkte hinweg angewiesen. "

Aktuelle Forschungen schätzen, dass Mining 2018 für rund 0,5 Prozent der globalen Energienutzung verantwortlich sein könnte - doch Kelly argumentiert, dass die Quelle, nicht die Menge, der Energie im Endeffekt entscheidend ist.

China - ein Land, das aufgrund seiner billigen Energiezufuhr lange Zeit als Krypto-Mining-Superpower bezeichnet wurde - nutzt hauptsächlich fossile Brennstoffe, was, wie Kelly anmerkt, hochproblematisch ist, da das Land bereits jetzt katastrophale Werte für Kohlenstoffemissionen aufweist.

Island auf der anderen Seite - ein immer beliebterer Standort für BTC-Miner - verlässt sich beinahe zu 100 Prozent auf erneuerbare geothermale und Wasserkraft-basierte Quellen. In diesem Fall sei die Nachfrage nach Mining-Power laut Kelly "nahezu irrelevant" für die Gesundheit der Umwelt. Der US-amerikanische Pazifische Nordwesten - der ebenfalls reichlich kohlenstoffarme Energiequellen hat, ist laut Kelly ein weiterer weniger bedenklicher Fall.

Obwohl sich Kelly Artikel im Kern um die Kohlenstoffdichte und die Zulieferer von "dreckiger Energie" dreht, bietet er eine neue Perspektive zur Kontextualisierung der BTC-Mining-Kontroverse: Während Mining im Jahr 2017 schätzungsweise 30 Terawattstunden verbraucht hat, waren es beim Bankensektor schätzungsweise 100 Terawattstunden im selben Jahr. "[Selbst] Wenn Bitcoin-Technologie sich auf das 100-fache ihrer derzeitigen Marktgröße weiterentwickelt, wäre sie weiterhin nur für 2 Prozent des gesamten Energieverbrauches verantwortlich."

Wie eine aktuelle Studie von Cointelegraph bemerkte, könnte Energie-intensives und Profit-orientiertes Bitcoin-Mining im Endeffekt Innovationen und die Nutzung von sauberen Energiequellen vorantreiben. Googles Informationssicherheit-Ingenieur Marc Bevand sagte CT:

"Da Miner so sensibel auf Strompreise reagieren, sind sie oft einer der Treiber, die Versorgungsunternehmen dazu bringen, erneuerbare Energien zu entwickeln, die jetzt die billigste Energiequelle sind ... Wenn der Energieverbrauch von Kryptowährungskunden weiter steigt, wird dies dabei helfen, die Kosten für erneuerbare Energien für die Gesellschaft insgesamt zu senken (steigende Nachfrage → mehr R&D → mehr Kapazität und höhere Effizienz → geringere Kosten durch Skaleneffekte)."