Ripple-CEO: JPM Coin mangelt es an Interoperabilität

Der Ripple (XRP)-CEO Brad Garlinghouse sagt, dem kürzlich angekündigten digitalen Vermögenswert des US-Banking-Riesen JPMorgan Chase fehle die Interoperabilität, die ihn zu einer bedeutenden Innovation machen würde. Garlinghouse machte diese Bemerkungen während eines Interviews auf dem vierten jährlichen DC Blockchain-Gipfel in Washington D.C. am 6. März.

Wie Cointelegraph berichtete, kündigte JPMorgan Chase Mitte Februar an, das der Bankenriese bald eine neue Form der Blockchain-Abwicklung anbieten werde. Dabei handelt es sich um einen Stablecoin namens JPM Coin, der 1:1 durch die USD-Reserven der Bank gesichert ist.

In Anspielung auf die Behauptungen mehrerer Branchenkommentatoren, dass der Coin der Bank ein direkter Konkurrent für den XRP von Ripple sein könnte, hat Garlinghouse zurückgewiesen, dass der Coin einen Nutzen habe. Er würde ein immer ein firmeneigener Vermögenswert bleiben und seine Exklusivität werde wahrscheinlich dazu führen, dass jede Großbank ihren eigenen Coin herausgibt. Das werde laut ihm zu genau der gleichen Fragmentierung führen, die die Finanzdienstleistungsbranche bereits heute aufweist:

"Jemand von Morgan Stanley hat mich letzte Woche interviewt und ich habe ihn gefragt: Wird Morgan Stanley den JPM Coin verwenden? Wahrscheinlich nicht. Wird Citi ihn benutzen? [...] Wird PNC das tun? Und die Antwort ist nein. Also werden wir all diese verschiedenen Coins haben und wir sind wieder da, wo wir jetzt gerade auch sind: es gibt einen Mangel an Interoperabilität."

Garlinghouse äußerte sich außerdem zur scheinbaren Exklusivität des JPM Coin und stichelte:

"Denken wir einmal darüber nach. JPM hat den JPM Coin für institutionelle Kunden angekündigt. Wenn Sie bei denen einen Dollar einzahlen, bekommen Sie dafür einen JPM Coin, den Sie dann im JPM-Ledger bewegen können. Moment, benutzen Sie doch einfach den Dollar! Ich verstehe wirklich nicht, welches Problem der Coin lösen soll."

Während des Interviews war das Einzige, was Garlinghouse dem JPM Coin zugestanden hat, der potenziell positive Effekt "für die Blockchain- und Kryptoindustrie, wenn Akteure wie JPM mitspielen". "Das ist das einzig Gute, was ich dazu sagen kann", scherzte er.

Wie bereits berichtet, hat der Forschungsarm der Top-Kryptobörse Binance etwas ähnlichers darüber gesagt. JPM Coin sei ein firmeneigenes und zentralisiertes Netzwerk, das wahrscheinlich nicht von der Konkurrenz im Bankensektor genutzt werden würde. Diese könnten sich durchaus dafür entscheiden, in Zukunft ihre eigenen firmeneigenen, digitalen Token auszugeben.

Im Hinblick auf die Interbanken-Abwicklung behauptete Binance Research weiter, dass es unwahrscheinlich sei, dass JPM Coin als geschlossene Netzwerklösung direkt mit XRP konkurrieren würde. Besonders, wenn man in Betracht ziehe, dass XRP, für mehrere Banken als "Vermittlerwährung zwischen Fiat/Kryptowährungen und Treuhandprodukten" fungiert.

Binance erklärte jedoch, dass JPM Coin intern einen wesentliche Verbesserung der Kosten- und Zeiteffizienz traditioneller Finanzdienstleistungen erzielen könnte.

Garlinghouse hat zuvor erklärt, dass der JPM Coin schieße "am Ziel von Krypto vorbei" schieße und behauptete, dass die Einführung eines geschlossenen Netzwerks heutzutage so sei, als ob man AOL nach dem Börsengang von Netscape einführe.