Ripple CEO: „Wir drücken den XRP-Kurs nicht absichtlich, haben nur wenig Kontrolle“

Der Geschäftsführer des Krypto-Zahlungsnetzwerks Ripple widerspricht Behauptungen, dass sein Unternehmen absichtlich versuchen würde, den Kurswert der firmeneigenen Kryptowährung XRP zu senken.

Die entsprechenden Äußerungen machte Brad Garlinghouse am 5. Januar in einem CNN Interview, wodurch er den Spekulationen um die Wirkungsmacht von Ripple auf XRP neue Nahrung gibt. Derweil hat die Kryptowährung in den vergangenen 24 Stunden einen satten Zugewinn von 10% gemacht.

Garlinghouse wehrt sich gegen Vorwürfe der Community

„In der XRP-Community ist Ripple der größte Eigentümer und ich habe zuvor schon des Öfteren betont, dass wir deshalb das größte Interesse am Erfolg von XRP haben“, wie Garlinghouse sein Argument zunächst einleitet.

Als er daraufhin gefragt wird, wie Ripple diesen Einfluss auf die firmeneigene Kryptowährung einsetzt, erklärt der Geschäftsführer:

„Ja, Ripple besitzt sehr viel XRP und wir haben ein großes Interesse am Erfolg von XRP, aber die Anschuldigungen, dass wir den Kurs absichtlich drücken, sind falsch. Das liegt überhaupt nicht in unserem Interesse […]. Wir würden sowas nie tun, ganz im Gegenteil. Wir haben vielmehr dafür gesorgt, dass der Großteil unseres XRP-Vermögens auf Treuhandkonten liegt, damit wir darauf nicht zugreifen können.“  

Allerdings beißen sich diese Aussagen mit der bisherigen Handlungsweise des Unternehmens, denn wie Cointelegraph berichtet hatte, hat Ripple in der Vergangenheit des Öfteren große Mengen XRP verkauft. Im letzten Jahr hat es sogar ein höheres Volumen verkauft als je zuvor.

Anfang 2020 hat das Unternehmen jüngste weitere 1 Mrd. XRP, die einem Gegenwert von 200.000 US-Dollar entsprechen, von den eigenen Treuhandkonten in den Umlauf gebracht. Dieser Schritt war jedoch bereits im Vorfeld geplant.

Im Dezember hatte XRP zuletzt ein zweijähriges Tief erreicht, als der Kurs unter einen Stand von 0,20 US-Dollar abgerutscht war. Damit lag er gleichsam 96% unter seinem bisherigen Rekordhoch von 3,40 US-Dollar. Viele Stimmen der Krypto-Community bezichtigen Ripple, diesen Kursabsturz absichtlich herbeigeführt zu haben, damit die Funktionstüchtigkeit der Kryptowährung als Zahlungsmittel aufrechterhalten werden kann.

In den vergangen 24 Stunden konnte XRP allerdings einen Zugewinn von knapp 10% verzeichnen, was den Kurs wieder über die wichtige 0,20 US-Dollar Hürde gehoben hat.

XRP 7-day price chart

XRP 7-tägiger Kursverlauf. Quelle: Coin360

Garlinghouse stritt im Interview aber nicht nur ab, dass Ripple absichtlich den XRP-Kurs drücken würde, sondern darüber hinaus gibt er an, dass sein Unternehmen gar nicht die Möglichkeit hätte, diesen entscheidend zu beeinflussen.

„Ganz und gar nicht“, antwortete der Ripple Geschäftsführer dementsprechend, als er gefragt wurde, ob das Krypto-Zahlungsnetzwerk in der Lage sei, den Kurs der Kryptowährung steuern zu können. Dem fügte er an:

„Ripple hat genauso wenig Kontrolle über den XRP-Kurs wie Bitcoin-Großinvestoren über den Kurs von Bitcoin.“

Großinvestoren würden eingeschränkt werden

Obwohl er dem eigenen Unternehmen also eine große Wirkungsmacht auf den XRP-Kurs abspricht, betont Garlinghouse gleichsam, dass Ripple gewisse Schranken für XRP-Großinvestoren errichtet, um keine ungewünschte Einflussnahme auf die firmeneigene Kryptowährung zuzulassen.

„Es kann Situationen geben, in denen Großinvestoren große Mengen an XRP kaufen wollen. In solchen Fällen würden wir gewisse Teile einfrieren, damit sie den Kurs nicht absichtlich drücken können“, wie er erklärt.

Allerdings wäre das Aufstellen solcher Schranken rein „hypothetisch“:

„Wir wollen nicht, dass ein Dritter große Mengen XRP kauft, um den Kurs zu drücken, weshalb wir hypothetisch Schranken einrichten würden, die gewisse Grenzen für den Verkauf setzen.“