Smart City-Projekt in Kaiserslautern will Blockchain für Energiemanagement nutzen

Das Pfaff-Quartier in Kaiserslautern wird zu einem bundesweiten Leuchtturmprojekt für Smart Cities, in welchem Blockchain-Technologie für das Energiemanagement getestet werden soll, meldete die Stadt Kaiserslautern am Montag, den 12. März,  auf ihrem Online-Portal.

Das über 150 Jahre alte Quartier des ehemaligen Nähmaschinenherstellers Pfaff wird zu einem Reallabor für die Erforschung einer integrierten und zukunftsweisenden Planung und Umsetzung klimaneutraler Quartiere umgestaltet. Das EnStadt:Pfaff genannte Projekt wird im Verbund von neun Partnern umgesetzt. Neben der Stadt Kaiserslautern nehmen auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), die Hochschulen Trier und Kaiserslautern sowie die Pfaff-Areal-Entwicklungsgesellschaft (PEG) teil.

Ziel der Forschungsarbeit ist das Testen von Blockchain-Anwendungen für neue Lösungen zum Austausch und den automatisierten Handel von Energie zwischen verschiedenen Gebäuden, Erzeugern und Verbrauchern sowie Ladestationen für Elektromobile im Pfaff-Quartier.

Wie die Hochschule Fresenius auf ihrer Webseite mitteilt, soll Blockchain-Technologie genutzt werden, um das alte Rollenmodell aus Konsumenten und Produzenten durch einen neuen "Prosumer"-Ansatz zu ersetzen. Dabei sollen energieerzeugende Anlagen, Systeme und Geräte vom Gebäude bis zum Elektroauto in einem intelligenten Netz miteinander verknüpft werden und vollständig automatisiert miteinander interagieren.

"Eine entscheidende Rolle könnte in diesem Zusammenhang die Blockchain-Technologie spielen. Sie kann die Vernetzung und Interaktion zwischen den Millionen von intelligenten und autonomen Geräten ermöglichen sowie kleinste Energieflüsse und Steuerungssignale zu sehr geringen Transaktionskosten sicher organisieren und nachhalten", schreibt die Hochschule Fresenius.

Durchgeführt wird das Blockchain-Forschungsprojekt von Prof. Dr. Jens Strüker und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Manuel Utz des INEWI. Manuel Utz stellte das Forschungskonzept im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Rathaus von Kaiserslautern vor und wies bei der Gelegenheit auch auf andere Anwendungsgebiete der Blockchain-Technologie für Smart Cities wie etwa lokale Marktplätze hin.

Das Forschungsprojekt im Pfaff-Quartier ist nicht der einzige Versuch, Blockchain-Technologie für ein effizientes Energiemanagement einzusetzen. So hat erst vor wenigen Tagen die Energy2market GmbH (e2m), einer der führenden Stromaggregatoren aus Deutschland, eine strategische Partnerschaft mit der Blockchain-Plattform Swytch bekanntgegeben. Die Unternehmen wollen gemeinsam eine Blockchain-basierte Daten- und Anreizplattform für erneuerbare Energien schaffen.