Cash App von Square sperrt Konto von Gab-Gründer

Die Cash App des US-Zahlungsunternehmens Square hat Berichten zufolge das persönliche Konto des Gründers der umstrittenen Social-Media-Webseite Gab blockiert. Das geht aus einem Tweet von Gab vom 8. Januar hervor.

Zu dieser Maßnahme kam es kurz nachdem Gab bekannt gegeben hatte, dass das Unternehmen eine E-Mail an seine Kunden geschickt habe, um die Cash App und Bitcoin (BTC) zu bewerben. In einem Tweet gab Gab heute bekannt, dass Gab über 850.000 E-Mails an seine Benutzer gesendet und ihnen darin das "Geld der freien Meinungsäußerung: Bitcoin" vorgestellt habe. In einem Screenshot von der E-Mail beschreibt die Firma im Allgemeinen mutmaßliche Zensurmaßnahmen, die gegen "einflussreiche alternative Medienpersönlichkeiten und Unternehmen" ergriffen wurden. Allerdings werden Nutzer auch dazu aufgerufen, BTC als "zensurresistente Geld- und Zahlungsabwicklungsmethode" zu nutzen.

In der E-Mail empfiehlt Gab darüber hinaus auch direkte und offensichtliche Links zur Cash App von Square für Transaktionen mit BTC. Das Unternehmen gab auch bekannt, dass es BTC nun für seinen GabPro-Premium-Service akzeptieren würde.

In einem Tweet einige Minuten später meldete Gab, dass die Cash App das persönliche Konto des Gab-Gründers Andrew Torba gesperrt habe. Etwa zwanzig Minuten später twitterte Gab weiter:

"Ja, wir wissen, wem Square gehört. Wir stellen fest, dass unsere Konten aus unbekannten Gründen gesperrt wurden."

Am 6. Januar hatte Gab bekanntgegeben, dass Cash App nun für die Transaktion und den Erhalt von BTC-Spenden verwendet werde, nachdem ihr Firmenkonto bei der großen US-Kryptobörse Coinbase Berichten zufolge geschlossen worden sei. Zuvor sei Gab Berichten zufolge auch auf den App-Stores von Apple und Google gesperrt worden.

Gab wurde 2016 gegründet und präsentiert sich als "Soziales Netzwerk für freie Meinungsäußerung", wird aber weithin als "bevorzugte Plattform" für alternative oder rechtsextreme Ansichten kritisiert. Gab rückte im Herbst 2018 besonders in den Mittelpunkt, nachdem berichtet wurde, dass der Schütze der Schießerei auf die Synagoge von Pittsburgh Robert Gregory Bowers auf Gab aktiv war und seine Absicht, Schaden anzurichten, unmittelbar vor dem Verbrechen ankündigte.

In einem weiteren Tweet bezeichnete sich das soziale Netzwerk als "die am häufigsten zensierte Webseite der Geschichte" und veröffentlichte eine Liste von Diensten, die sie mutmaßlich blockiert oder zensiert haben sollen.

Im April berichtete WikiLeaks Shop, der Merchandising-Zweig der internationalen, gemeinnützigen Organisation WikiLeaks, auf Twitter, dass ihr Konto bei Coinbase gesperrt worden sei. Der Tweet von WikiLeaks Shop enthielt einen Screenshot einer mutmaßlichen E-Mail von Coinbase, in dem es heißt, dass das Unternehmen gegen seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen habe und daher "keinen Zugang mehr zu dem Service erhalten" würden.