Jeremy Allaire, CEO des börsennotierten Stablecoin-Emittenten Circle, meint, dass Zinserträge auf Stablecoins keine Gefahr für Banken darstellen.
In seiner Rede am Donnerstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bezeichnete Allaire die Befürchtungen, dass die Renditen von Stablecoins zu einer Kapitalflucht auf die Banken führen könnten, als „völlig absurd“ und verwies dabei auf historische Präzedenzfälle und bereits bestehende, auf Zinsen basierende Finanzdienstleistungen.
„Sie tragen zur Stabilität bei, sie tragen zur Kundenbindung bei“, betonte Allaire und fügte hinzu, dass das Interesse an sich nicht groß genug sei, um die Geldpolitik zu untergraben.
Allaires Äußerungen fielen inmitten einer hitzigen Debatte über die Renditen von Stablecoins, unter anderem im Rahmen von Diskussionen über den US-amerikanischen CLARITY Act, der darauf abzielt, einen bundesweiten Marktstrukturrahmen für digitale Vermögenswerte zu schaffen.
Allaire zieht Parallele zu Geldmarktfonds
Allaire verwies auf staatliche Geldmarktfonds als historische Parallele und stellte fest, dass diese mit ähnlichen Warnungen hinsichtlich der Abwanderung von Bankeinlagen konfrontiert waren.
Allerdings seien es „rund 11 Billionen US-Dollar an Geldmarktfonds gewesen, die unter verschiedenen Umständen gewachsen sind“, sagte Allaire und fügte hinzu, dass dies die Kreditvergabe nicht gestoppt habe.

„Mittlerweile verlagert sich die Kreditvergabe bereits von den Banken hin zu privaten Kredit- und Kapitalmärkten. In den USA wurde ein Großteil des BIP-Wachstums über mehrere Konjunkturzyklen hinweg durch Kapitalmarktanleihen und nicht durch Bankkredite finanziert“, sagte er. „Wir wollen Modelle für die Kreditvergabe entwickeln, die auf Stablecoins aufbauen.“
Circle-CEO sieht Stablecoins als notwendig für KI-Agenten
Allaire hob auch Künstliche Intelligenz (KI) als einen wichtigen Treiber für die zukünftige Einführung von Stablecoins hervor.
Er prognostizierte dahingehend, dass „Milliarden von KI-Agenten“ ein Zahlungssystem benötigen werden, und fügte hinzu, dass „es derzeit keine andere Alternative als Stablecoins gibt, um dies zu erreichen“.

Ähnliche Ansichten wurden auch an anderer Stelle auf dem Forum geäußert. Der ehemalige CEO von Binance, Changpeng Zhao, sagte am Donnerstag in Davos, dass Krypto-Zahlungen für KI-gesteuerte Transaktionen von entscheidender Bedeutung sein könnten.
Im September prognostizierte auch Michael Novogratz, CEO von Galaxy Digital, dass KI-Agenten „in naher Zukunft“ die größten Nutzer von Stablecoins werden.

