Schweizer Nationalbank untersucht Zentralbank-Digitalwährung im neuen BIZ Innovation-Hub

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben eine gemeinsame Vereinbarung für eine Zusammenarbeit am BIZ Innovation-Hub unterzeichnet.

Zwei hauptsächliche Projekte

Laut der offiziellen Pressemitteilung vom 8. Oktober plant die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich den Aufbau von Innovationszentren in der Schweiz, Hongkong und Singapur.

Der Innovation-Hub in der Schweiz soll sich dabei zunächst auf zwei bestimmte Projekte konzentrieren. Dies ist zum einen die Integration einer etwaigen Zentralbank-Digitalwährung in eine Blockchain-Infrastruktur und zum anderen die Untersuchung von Möglichkeiten, um elektronische Märkte besser überwachen zu können.  

Im Rahmen des erstgenannten Projekts will die Schweizer Zentralbank mit der größten Schweizer Aktienbörse (SIX) kooperieren, um einen Machbarkeitsnachweis für die Abwicklung von „tokenisierten“ Assets zu erbringen. Tokenisierte Assets sind Vermögenswerte, wie zum Beispiel Wertpapiere, die in digitalisierter Form auf eine Blockchain übertragen werden.

Zentralbanken wollen der Innovation nicht hinterherhinken

Ziel des Innovation-Hub ist es, vertiefte Erkenntnisse über die relevanten technologischen Entwicklungen zu gewinnen, welche die Aufgaben von Zentralbanken betreffen. Gleichzeitig soll der Innovation-Hub öffentliche Güter im Technologiebereich entwickeln, um das Funktionieren des globalen Finanzsystems weiter zu verbessern.

Thomas Jordan, der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, meint in diesem Zusammenhang, dass sein Institut „technologische Innovationen im Finanzbereich bereits heute sehr aufmerksam verfolgt“, weshalb sich die SNB „aktiv im Verbund der Zentralbanken engagiert, um relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu beurteilen“.

Restzweifel verbleiben

Anfang September hatte sich Jordan noch etwas weniger offen gegenüber Innovationen aus dem Kryptobereich gezeigt, als er darauf hinwies, dass Stablecoins, die an Fremdwährungen angebunden sind, womöglich die Geldpolitik der Schweiz gefährden könnten. Außerdem könnte seiner Meinung nach eine öffentlich zugängliche Zentralbank-Digitalwährung das Risiko eines Bankensturms befördern.

Agustin Carstens, der Geschäftsführer der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, äußerte zuvor eine ähnliche Vermutung, da er befürchtet, dass eine Zentralbank-Digitalwährung dafür sorgen könnte, dass Anleger und Sparer ihre Gelder bei Privatbanken abziehen und direkt bei den Zentralbanken anlegen, was das Finanzsystem wiederum destabilisieren könnte.