Mark Branson, der Vorsitzende der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA, sorgt sich mehr um Krypto-Projekte die weniger im Rampenlicht stehen als um Facebook Libra.

Schweiz lehnt Libra nicht ab

Wie Reuters am 1. Oktober berichtet, ist Branson eher von solchen Krypto-Projekten beunruhigt, die sich der Aufmerksamkeit der Behörden entziehen. Facebook Libra bereitet ihm dementsprechend weniger Kopfschmerzen, da die Kryptowährung des Social-Media Konzerns „auf transparente Art und Weise entwickelt wird“. Dem fügt der FINMA Chef an:

„Ich mache mir viel mehr Sorgen um Projekte, die irgendwo in den dunklen Ecken des Finanzsystems entwickelt werden, sich dann über das Internet weiterverbreiten und irgendwann zu groß sind, um noch gestoppt werden zu können.“

Im Gegensatz dazu müsse sich Libra denselben strengen Regeln unterwerfen, die auch für Banken gelten, was noch zusätzlich durch die Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung verstärkt wird. Nichtsdestotrotz zielt die Schweiz nicht darauf ab, das Facebook Projekt schon im Voraus zu unterbinden, wie Branson auch ergänzt:

„Wir wollen solche Projekte nicht grundsätzlich ablehnen. Wir entgegnen ihnen mit offenem Geist, wobei jedoch gilt, dass gleiche Risiken auch die gleichen gesetzlichen Vorschriften erfordern. Unsere Regeln und Standards sind nicht verhandelbar.“ 

Schweiz bricht aus europäischem Tenor aus

Wie Cointelegraph zuvor berichtet hatte, haben andere europäische Länder schon im Vorfeld eine deutlich negativere Haltung zum Krypto-Projekt von Facebook, während die Schweiz sich schon Anfang September offen gezeigt hatte:

„Wir haben gerade einen Leitfaden veröffentlicht, wie man Stablecoins nach schweizerischem Recht klassifizieren kann. Und wir zeigen: Es braucht keine neuen Gesetze. Die Risiken sind bekannt, z.B. in Bezug auf Geldwäsche, Verbraucherschutz, Systemstabilität. Für all dies gibt es bereits Vorschriften.“

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