Der spanische Telekommunikationsriese Telefónica ist jetzt ein Systemintegrator der Identitätslösung Privado ID von Polygon, da die Europäische Union die Einführung vertrauenswürdiger digitaler Identitäts-Wallets in allen Mitgliedsstaaten anstrebt.
Laut einer Ankündigung vom 10. September wird Telefónica Tech, die digitale Abteilung von Telefónica, die Tools von Privado ID in seinen verwalteten Blockchain-Service TrustOS integrieren.
Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Konzeptnachweisen für verschiedene Anwendungsfälle im Hinblick auf digitale Identität, darunter Altersüberprüfung, digitale nationale Identitäten, Lösungen für elektronische Signaturen und die Zertifizierung von Inhalten.
"Damit können Nutzer ihre Akkreditierungen, wie z. B. Ausbildungsdiplome, akademische Qualifikationen oder die Teilnahme an Seminaren und Kursen. automatisch als überprüfbare Bescheinigungen ausstellen und in digitale Wallets zu laden", so die Unternehmen.
In Europa bereitet man sich derzit auf die Umsetzung der Europäischen Verordnung zur digitalen Identität vor. Das ist ein von der Europäischen Union vorgeschlagener Rahmen, der Bürgern, Einwohnern und Unternehmen eine digitale und allgemein anerkannte digitale Identität für den Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen und für Transaktionen zur Verfügung stellen soll.
Beantragung eines Bankkredits vor der Einführung der Europäischen Digitalen Identität. Quelle: Europäische Verordnung über die digitale Identität
Die Europäische Kommission muss bis zum 21. November 2024 technische Standards, Spezifikationen und Verfahren festlegen. Dazu gehört die Festlegung von Sicherheits-, Interoperabilitäts- und Zertifizierungsstandards für Wallets. Nach der Festlegung der Standards haben die Mitgliedsstaaten 24 Monate Zeit, ihren Bürgern diese Wallts anzubieten.
"Mit den EU-Wallets für digitale Identitäten werden die Bürgerinnen und Bürger in der Lage sein, EU-weit ihre Identität nachzuweisen, wenn das für den Online-Zugang zu Diensten, den Austausch digitaler Dokumente oder einfach zum Nachweis eines bestimmten persönlichen Merkmals, wie z. B. des Alters, erforderlich ist, ohne ihre vollständige Identität oder andere persönliche Daten preiszugeben", erklärte die Kommission auf der offiziellen Seite der Verordnung. "Die Bürgerinnen und Bürger werden jederzeit die volle Kontrolle darüber haben, welche Daten sie weitergeben und von wem."
Beantragung eines Bankkredits nach der Europäischen Digitalen Identität. Quelle: Europäische Verordnung über die digitale Identität
Die ID-Tools von Privado nutzen die Zero-Knowledge-Kryptografie als Kernstück der digitalen Identitätslösung. Diese Technologie ermöglicht es einer Partei, einer anderen zu beweisen, dass sie bestimmte Informationen kennt, ohne die eigentlichen Informationen selbst preiszugeben. In der europäischen digitalen ID-Wallet könnte sie zum Beispiel die Überprüfung des Alters oder der Staatsbürgerschaft ermöglichen, ohne mehr persönliche Daten als nötig preiszugeben.
"Die Verordnung zielt darauf ab, einen sichereren und standardisierten Rahmen für elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste in ganz Europa zu schaffen, wodurch es für Unternehmen und Einzelpersonen zwingend erforderlich wird, konforme und innovative Identitätslösungen einzuführen", so die Unternehmen in einer Erklärung.
Polygon hat vor kurzem seinen digitalen ID-Dienst ausgegliedert. Nach Angaben des Unternehmens wurde die Technologie mit multinationalen Banken und anderen Finanzinstituten, darunter die Deutsche Bank und Consensys, erprobt.
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