Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Staaten hat nach seiner Auslieferung aus Montenegro eine weitere Anklage gegen den Gründer von Terraform Labs, Do Kwon, erhoben: Verschwörung zur Geldwäsche.
In einer ergänzenden Anklageschrift, die am 2. Januar vor dem US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York eingereicht wurde, wirft US-Staatsanwalt Damian Williams Kwon nun zusätzlich vor, sich mit anderen zur Geldwäsche verschworen zu haben.
Laut der US-Staatsanwaltschaft hat der Gründer von Terraform auf der Plattform Transaktionen im Wert von mehr als 10.000 US-Dollar ermöglicht, „obwohl er wusste, dass es sich bei den Vermögenswerten, die in bestimmten Finanztransaktionen involviert waren, um Erlöse aus illegalen Aktivitäten handelte“.
Die Zusatzklage im Punkt der Geldwäsche wurde am 2. Januar entsiegelt und der Hauptklage gegen Do Kwon hinzugefügt. Quelle: Courtlistener
Der Vorwurf der Geldwäsche war Teil einer Zusatzklage, die ursprünglich nicht als Teil der acht Anklagepunkte gegen Kwon im März 2023 eingereicht wurde. Die Staatsanwaltschaft reichte die Anklageschrift im Mai 2024 unter Verschluss ein, und ein Richter ordnete an, sie bei Kwons Erscheinen vor Gericht am 2. Januar zu entsiegeln.
Kwon, dem vorgeworfen wird, maßgeblich am Zusammenbruch des Terra-Ökosystems im Jahr 2022 beteiligt gewesen zu sein, wurde 2023 in Montenegro wegen der Verwendung gefälschter Reisedokumente festgenommen und inhaftiert. Behörden aus den USA und Südkorea stellten konkurrierende Anträge auf Auslieferung des Terraform-Grründers, aber die montenegrinischen Behörden entschieden erst im Dezember 2024 endgültig über seine Auslieferung, woraufhin Kwon den US-Behörden übergeben wurde.
Verurteilung wie Bankman-Fried und Zhao?
Der Gründer von Terraform erschien am 2. Januar vor Gericht und plädierte auf „nicht schuldig“ in allen Anklagepunkten, stimmte seiner vorläufigen Inhaftierung dennoch zu. Es ist bisher unklar, ob die US-Behörden einen Vergleich in Erwägung ziehen oder ein Strafverfahren anstreben werden.
Kwons Fall weist Parallelen zu dem des ehemaligen FTX-CEO Sam „SBF“ Bankman-Fried auf – einem weiteren hochrangigen Krypto-Manager, der zunächst der Gerichtsbarkeit eines anderen Landes (der Bahamas) unterlag, bevor er an die USA ausgeliefert wurde. Im Fall von SBF konnten seine Anwälte immerhin erreich, dass eine Anklage wegen Wahlkampffinanzierung, die als Zusatzklage hinzugefügt wurde, fallen gelassen wurde, da sie nicht Teil des ursprünglichen Auslieferungsantrags war.
Bankman-Fried wurde später dennoch wegen sieben Straftaten zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, hat aber Berufung eingelegt.
Der ehemalige Binance-CEO Changpeng Zhao – eine weitere wichtige Persönlichkeit der Branche – bekannte sich in seinem Fall für schuldig und wurde 2024 für vier Monate ins Gefängnis gesteckt.
Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.