Texanische Regulatoren gehen mit Notfall-Unterlassungsanordnung gegen den betrügerischen Verkauf von Krypto-Anleihen vor

Der Nationale Sicherheitsausschuss in Texas (The Texas State Securities Board) hat am 26. Februar eine Notfall-Unterlassungsanordnung gegen die Krypto-Plattform LeadInvest.com erhoben, in der auf ein Versäumnis zur Offenlegung von Informationen über Leadinvests Spezialisten sowie Aktivitäten beim Krypto-Mining verwiesen wird. Weitere Klagepunkte sind der betrügerische Verkauf von nicht lizenzierten Wertpapieren und insgesamt "[drohender] sofortiger und irreparabler Schaden."

Bereits im Januar hatte Texas Nationaler Sicherheitsausschuss ins zwei Unterlassungsanordnungen an Organizationen mit Bezug zu Krypto-Aktivitäten verschickt: Eine ging an Bitconnect für den Ponzi-artigen Verkauf von unlizensierten Wertpapieren. Die zweite Anordnung war an eine "Krypto-Bank" namens AriseBank adressiert, der vorgeworfen wird, keine vollwertige Bank zu sein. Damit ist die Anordnung vom 26. Februar schon die dritte seit Beginn des Jahres.

Die neuste Unterlassungsanordnung beginnt mit einer detaillierten Beschreibung darüber, dass die Fotos, welche die Mitarbeiter von LeadInvest zeigen, alle entweder Archivbilder bzw. Portraits von beliebigen Personen ohne Bezug zum Unternehmens seien.

Team

Die Seite ist noch aktiv, zeigt allerdings veraltete Preise für Kryptowährungen. Sie führt beispielsweise Bitcoins "Rekordwert von 814 Euro (1000 US-Dollar)" von 2014 als letzten Referenzpreis in der Rubrik "Kryptowährungen", obwohl verschiedene Teile der Internetseite aktualisierte Nummern haben.

Die Anordnung behauptet, dass den “Agenten” von LeadInvest eine Kommission von 10 Prozent für alle Neuklienten versprochen wurde, die den Referenzlink benutzen. Ferner breche LeadInvest Sicherheitsvorschriften, indem es "Individuen rekrutiert, die nicht bei einem Sicherheitsausschuss registriert sind und somit nicht die nötigen Freigaben besitzen."

Laut der Internetseite hat das Unternehmen seine Mining-Aktivitäten nach der Gründung im Mai 2010 nach Island verlegt, da es dort besseren Zugang zu geothermale und hydroelektrischer Energie habe. Die Unterlassungsaufforderung besagt, dass LeadInvest vorsätzlich Informationen über seine Kryptoschürfrechte zurückhält, ebenso wie etwaige Risiken.

Island erlebt einen regelrechten Ansturm an Krypto-Minern, die die Insel aufgrund der Verfügbarkeit von alternativen Energien und dem natürlich kalten Klima schätzen.

Laut Angaben der Internetseite von LeadInvest wurden über 190.000 Konten eingerichtet und mehr als 117 Millionen Euro (144 Millionen US-Dollar) in das System investiert. Texas Nationaler Sicherheitsausschuss schreibt, dass LeadInvest bewusst keine Informationen dazu preisgegeben hätte, wie die von den Investoren bereitgestellten Mittel tatsächlich genutzt würden.

Das Unterlassungsschreiben des Sicherheitsausschusses schließt mit den "irreführenden und täuschenden Aussagen" über die Identitäten von Personen, die mit LeadInvest in Verbindung stehen, und den Versprechungen auf der Webseite, wonach die Anleger sich mit LeadInvest innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegen, was laut Texas nicht der Fall ist. 

LeadInvest ist dazu angehalten, alle Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Verkauf von Wertpapieren bzw. dem Auftritt als Wertpapierhändler einzustellen. Ebenso alle weiteren Maßnahmen des betrügerischen oder irreführenden Angebots von Sicherheitsanlagen gemäß der Unterlassungsverfügung.

LeadInvest hatte bei Redaktionsschluss noch kein Kommentar abgegeben.