Uni Basel verwaltet Kurs-Zertifikate von Studenten auf Ethereum-Blockchain

Das auf Fintech-Themen ausgerichtete Center for Innovative Finance (CIF) der Universität Basel führt Kurszertifikate für Studenten ein, die auf einer Blockchain verwaltet werden, teilte die Uni Basel am 30. April auf ihrer Website mit.

Ein zusammen mit dem Schweizer Startup Proxeus entwickelter System-Prototyp soll künftig auch die Überprüfung von Dokumenten erleichtern und ein erster Schritt in Richtung fälschungssichere, akademische Diplome sein. Dafür kommen zwei getrennte Anwendungen zum Einsatz. Während eine die Ausgabe von Zertifikaten automatisiert und diese mit einem kryptografischen Hashwert auf der Ethereum-Blockchain registriert, lässt sich mit einer öffentlich von jedermann nutzbaren Anwendung die Validität von angeblichen Uni-Zertifikaten online überprüfen.

Im Vergleich zum bisherigen Aufwand zur Überprüfung von Leistungsnachweisen soll das Blockchain-Prinzip deutliche Effizienzvorteile bieten. Dazu musste die Universität bislang persönlich kontaktiert werden und vor der Herausgabe der entsprechenden Information zunächst die Erlaubnis des betroffenen Absolventen einholen.

In einem ersten Pilotprojekt nutzt das CIF das neue System für die eigenen Kursteilnehmer für seine Vorlesung “Bitcoin, Blockchain und Kryptoassets". Dr. Fabian Schär, Leiter des CIF, sieht durch den Einsatz der Blockchain im akademischen Bereich einen Paradigmenwechsel mit echtem Mehrwert.

"Durch Blockchain basierte Leistungsausweise bieten wir Sicherheit für Absolventen und potentielle Arbeitgeber. Blockchain basierte Zertifikate können nicht gefälscht werden und sind einfach online auf ihre Authentizität und Integrität überprüfbar".

Alle Beteiligten würden von dem neuen Ansatz profitieren, so Schär weiter. Während Arbeitgeber ohne großen Aufwand Diplome überprüfen könnten, minimiere sich für Bildungsinstitutionen das Risiko von Reputationsschäden und die Absolventen selbst würden von mehr Glaubwürdigkeit profitieren.

Wie das neue Projekt des CIF zeigt, entstehen aktuell zahlreiche neue Anwendungsansätze für die Blockchain-Technologie. Sowohl dezentrale Netzwerke für Industrieanwendungen, Anwendungen für das Internet der Dinge, als auch Systeme für den Handel, die einen Herkunftsnachweis – etwa für Diamanten – ermöglichen sollen, sind aktuell in Arbeit.

Dass auch der öffentliche Sektor von der Blockchain-Technologie profitieren kann, hat nun die Uni Basel mit ihrem neuen Projekt demonstriert. Eine Umfrage unter Unternehmen in Deutschland hat jüngst ergeben, dass sich diese einen stärkeren Einsatz von Blockchain-Technologien auch in der Verwaltung wünschen.