Petition von XRP-Nutzern: Ripple soll den Markt mit Token fluten

Mitglieder der XRP-Community kritisieren mit einer sarkastisch gemeinten Petition die negativen Konsequenzen von Ripples angeblich übermäßiger Herausgabe von XRP-Token. 

Eine Ende August lancierte change.org-Petition mit dem Titel "Ripple muss das Dumping von XRP steigern", hat bis zum 5. September mehr als 200 Unterschriften erhalten.

Die Leinen lösen

Die Petition beginnt mit der humorvollen Zeile: "Dies ist ein Wettlauf in Richtung Massenadoption. XRP ist ein Werkzeug, das viele der Probleme der Welt lösen kann."

Mit dem Argument, der Vermögenswert bringe allein in Wallets keinen Wert, wird eine Erhöhung der OTC-Verkäufe und Infrastrukturinvestitionen von Ripple eingefordert. Sarkastisch geht es in der Petition dann weiter mit den Worten:

"Entfesseln Sie den Nutzen! Geben Sie das größte, jemals geschaffene digitale Asset in die Hände von Menschen, die es auch nutzen können. Für Investoren in minderwertige digitale Assets ist das schwer zu verstehen. Da Bitcoin nichts bringt, muss man mit dem Angebot spielen. Der Wert von XRP kommt von seinem Nutzen. Je mehr XRP verwendet werden, desto wertvoller wird es."

Die Wahl des Wortlauts der Petition scheint auf ironische Art die Bemerkungen von Ripple CEO Brad Garlinghouse widerzuspiegeln, der am 28. August in Verteidigung der Token-Vertriebsstrategie des Unternehmens getwittert hatte:

"Bei den XRP-Verkäufen geht es darum, den Nutzen von XRP zu erhöhen [...] Die Realität ist, dass wir unseren Umsatz nach Volumen Q/Q gesenkt haben und seitdem die Inflationsrate des XRP-Umlaufangebots niedriger ist als die von BTC und ETH."

Der sich als "Jungle Inc." bezeichnende Schöpfer der Petition endet mit dem Aufruf, mehr XRP zu verkaufen, und fordert: "Man muss das tun, was für die Welt richtig ist."

Frustration in der XRP-Community wegen Überangebot

Die Initiative spiegelt eine sehr ausgeprägte Frustration in der XRP-Community wider, welche sich auf Twitter in sarkastischem Zorn äußert. Am 2. September bemerkte etwa ein Kommentator:

"#Bitcoin: Hier ist eine vollständige Trennung der Geldpolitik vom Staat, Opt-in, vorhersehbar und jetzt fast unmöglich zu ändern.

#XRP: Unsere CEO-Oberbosses laden immer wieder Token auf den Markt und verwässern damit das Angebot. Die Petitionen funktionieren nicht. Wenn es nur eine Alternative gäbe, die das in Ordnung bringen würde!"

Die Petition, auf die im letzten Abschnitt des Tweets verwiesen wird, ist eine direktere Initiative der Twitter-Persönlichkeit @CryptoBitlord, welche vor etwa einem Monat eine Petition zum "Stop Ripple Dumping" startete. Um die Zeit zu verkürzen, hat sie bereits über 3.200 Unterschriften gesammelt.

@CryptoBitlord hat auch die Führungskräfte des Unternehmens damit bedroht, eine Übernahme durch die Gemeinschaft in die Wege zu leiten, falls die Bedenken nicht berücksichtigt werden.

Wie bereits berichtet, weist Ripple in seinen Quartalsberichten stets die hohe Anzahl von XRP-Token aus, die das Unternehmen zur Finanzierung seiner Investitionen in verschiedene Unternehmen auf den Markt wirft. Der letzte Bericht Ende Juli wies eine Steigerung der XRP-Umsätze im Vergleich zum Vorquartal von rund 48% aus.