US-Oppositionsführer kritisiert Libra als Kartellbildung, lobt Bitcoin in höchsten Tönen

Der Fraktionsvorsitzende der republikanischen Oppositionspartei Kevin McCarthy hat Bitcoin (BTC) in höchsten Tönen gelobt, während er die Facebook Kryptowährung Libra kritisch sieht. Dies geht aus einem CNBC Interview vom 16. Juli hervor.

Zum Verständnis: Die Republikaner stellen zwar den amtierenden Präsidenten Donald Trump, allerdings ist die republikanische Partei im amerikanischen Kongress (ähnlich dem deutschen Bundestag) wieder in der Minderheit, seit die Demokraten 2018 die Kongresswahlen gewonnen haben. Die Präsidentschaftswahl ist direkt und davon unabhängig.

Dementsprechend tragen die Worte von McCarthy als ranghohem Republikaner durchaus Gewicht. Gegenüber CNBC erklärte er heute:

„Ich mag Bitcoin. Ist sie schon ausgereift? Nein, aber was mir an Bitcoin schon jetzt so gut gefällt, ist die Blockchain, weil ich die damit einhergehende Sicherheit mag. Ich würde es begrüßen, wenn die Regierung bald auch auf Blockchain setzt.“  

Auf Libra ist McCarthy allerdings nicht so gut zu sprechen, da er befürchtet, dass sich Facebook und die anderen beteiligten Technologiekonzerne damit in eine Monopolstellung bringen wollen. Demnach würden sie versuchen, mit Libra ein zentralisiertes, monopolistisches System ähnlich einem Kartell zu schaffen, das unter dem Deckmantel einer vermeintlich „dezentralisierten“ Kryptowährung installiert werden soll. Allein die 10 Mio. US-Dollar, die es braucht, um als Teilhaber in das Libra Konsortium aufgenommen zu werden, wären allerdings schon eine beträchtliche Eintrittsbarriere für kleinere Unternehmen. Dahingehend führt er aus:

„Große Konzerne können problemlos 10 Mio. US-Dollar zahlen, um teilzuhaben und sich aller Konkurrenz zu entledigen. Dann kann man als Verbraucher später nur noch Uber, Facebook oder eine der anderen beteiligten Firmen nutzen.“

Allerdings steht die Meinung von McCarthy im starken Kontrast zu der von Senator Pat Toomey, der fest damit rechnet, dass Libra an den Start gehen wird und dass etwaige Bedenken bis dahin ausgeräumt werden.

In einem gesonderten CNBC Interview gab sich Toomey weniger besorgt als sein Kollege:

„Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Libra durchgewunken wird. Es gibt zwar berechtigte Einwände, aber die können beseitigt werden. Ich gehe davon aus, dass alle gesetzlichen Vorschriften, die für Finanzdienstleister gelten auch hier Anwendung finden.“

Nichtsdestotrotz sieht Toomey ebenfalls Grund zur Vorsicht, da er befürchtet, dass sich Digitalwährungen womöglich auf das Hoheitsgebiet der Staatsregierungen begeben, die bisher exklusiv über die Macht zur Herausgabe von Währungen verfügen. Eine davon ausgehende Gefahr ordnet er zwar noch nicht als unmittelbar bevorstehend ein, allerdings könnte die Verbreitung solcher Digitalwährungen „schneller kommen als gedacht“.  

Wie Cointelegraph schon im März berichtet hatte, hatte sich Kevin McCarthy zuvor schon positiv über die Blockchain-Technologie geäußert.

Hinter den jüngsten Aussagen des republikanischen Oppositionsführers könnte allerdings politisches Kalkül stecken, da die von seiner Partei gestellte Regierung heute in einer offiziellen Pressekonferenz scharfe Kritik an Bitcoin (BTC) geübt hat.