Weißes Haus: „Bitcoin basiert nur auf heißer Luft“

Der amerikanische Finanzminister Steve Mnuchin hat am 16. Juli eine offizielle Pressekonferenz zum Thema Digitalwährungen gehalten, in der er Bitcoin (BTC) besonders scharf kritisierte und eine strenge Regulierung der gesamten Branche ankündigte.

Die offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses steht unter anderem im Zusammenhang mit den kommenden parlamentarischen Anhörungen zu Facebook Libra, wie Mnuchin zu Beginn erklärte. Hierdurch waren Kryptowährungen zuletzt wieder in den Fokus der amerikanischen Medienlandschaft gerückt.

Die Pressekonferenz beschäftigte sich allerdings hauptsächlich mit dem Marktführer Bitcoin (BTC), der auf Twitter kürzlich schon vom US-Präsidenten hart angegangen wurde. Mnuchin wiederholte die Kernthese von Donald Trump und formulierte damit die momentane Haltung der amerikanischen Regierung:    

„Bitcoin ist sehr volatil und basiert nur auf heißer Luft.“

Dahingehend ergänzte Mnuchin, dass das Finanzministerium wegen der spekulativen Natur von Bitcoin besorgt sei, weshalb es entsprechende Maßnahmen einleiten will, um das eigene Finanzsystem zu schützen.

Die Kryptobranche lief nach den Äußerungen der Pressekonferenz heiß. Viele Stimmen sehen darin einen verzweifelten Versuch, den US-Dollar zu schützen und Kryptowährungen kleinzuhalten. Barry Silbert, der Geschäftsführer der Digital Currency Group, geht allerdings einen Schritt weiter und meint, dass die Worte von Mnuchin ein Eingeständnis der Schwäche und damit „eine absolute Bestätigung für Bitcoin“ wären.  

Als weiteren großen Kritikpunkt führte der Finanzminister an, dass Kryptowährungen noch stark im Zusammenhang mit illegalen Aktivitäten stehen würden, weshalb er betonte, dass es besonders aus diesem Grund eine verstärkte Regulierung geben müsse. Dabei wies er vor allen Dingen auf Bestimmungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung hin, auf die sich auch die internationale Gemeinschaft bereits geeinigt hätte.  

Diese Position griffen dann auch wieder einige Experten der Kryptobranche positiv auf, da eine bessere Regulierung zu mehr Legitimität führen könnte. Anthony Pompliano von Morgan Creek Digital zeigte sich zum Beispiel dementsprechend optimistisch:

„Klingt so, als ob alle, die sich an die Gesetze halten, eben Grünes Licht bekommen haben.“

Auch Meltem Demirors von CoinShares bewertet die Aussagen von Mnuchin als angemessen und fair.

Im Anschluss an die Pressekonferenz konnte der Bitcoin-Kurs leicht zulegen, ähnlich wie nach den kritischen Twitter-Beiträgen von Präsident Trump. 

Über die Woche steht für Bitcoin aber trotzdem ein Minus von 15% zu Buche, nachdem in der Vorwoche ein mehrmonatiges Hoch von mehr als 13.000 US-Dollar erreicht werden konnte.