Frankreich gegen Facebook: „Herausgabe von Währungen darf nicht privaten Konzernen zufallen“

Frankreichs Minister für Wirtschaft und Finanzen sieht die neue Digitalwährung von Facebook kritisch und will dem Social-Media Konzern deshalb „verbindliche Zusagen abverlangen“, wie der Radiosender Europe 1 am 18. Juni berichtet.  

Bruno Le Maire, der französische Minister für Wirtschaft und Finanzen, sagte gegenüber Europe 1, dass Facebook sich mit dem Stablecoin Libra „auf dem Hoheitsgebiet der Staaten bewegt“, allerdings müsse das Privileg, eine Währung herauszugeben, „in den Händen der Staaten bleiben und dürfe nicht privaten Konzernen zufallen, die eigene Interessen verfolgen“.

Dementsprechend will Le Maire dem sozialen Netzwerk bestimmte „Zusagen abverlangen“, wie zum Beispiel „eine Garantie, dass die Digitalwährung nicht zur Finanzierung von Terrorismus oder anderen illegalen Aktivitäten nutzbar sein wird“. Um weitere Forderungen auszuformulieren hat Le Maire sich auch schon an die Zentralbanken der G7-Staaten gewandt. Insgesamt betrachtet Le Maire das Projekt mit Vorsicht und meint:

„Wir müssen sicherstellen, dass es kein Risiko für die Verbraucher gibt, das ist unsere Pflicht als Regierung. […] Mit diesem Vorhaben gelangt Facebook außerdem wieder an Unmengen von Daten, was mich in der Annahme bestärkt, dass wir die digitalen Großkonzerne besser regulieren müssen, damit es letztendlich nicht zu Monopolstellungen kommt.“

Facebook hatte am Vormittag das Whitepaper für seine neue Kryptowährung und die dazugehörige Blockchain vorgestellt. Der Stablecoin namens Libra wird über eine zugehörige Blockchain betrieben und ist an einen Korb aus verschiedenen Landeswährungen angebunden, der diesem „einen intrinsischen Wert“ geben soll, um Kursschwankungen (Volatilität) zu verhindern.

Das Whitepaper betont allerdings, dass Libra nicht an eine spezielle Landeswährung angebunden ist, weshalb der Token nicht im festenTauschverhältnis zu einer einzelnen Währung steht.  

Neben dem hauptsächlichen Libra Token wird es auch einen sogenannten Libra Investment Token geben, der allerdings nur für akkreditierte Großinvestoren verfügbar ist und zur Ausschüttung von Dividenden des Projekts berechtigt.

Wie zuvor berichtet, soll die firmeneigene Kryptowährung als Zahlungsmittel auf den verschiedenen Facebook Plattformen eingesetzt werden, darunter WhatsApp, Facebook Messenger und Instagram, die eine kombinierte Reichweite von 2,7 Mrd. Nutzern pro Monat haben.