USA: SEC-Vorladung für Krypto-Unternehmen Riot Blockchain

Riot Blockchain ist eine der vielen Firmen, die letztes Jahr wegen des Branchen-Hypes ihren Namen so geändert haben, damit das Wort 'Blockchain' darin enthalten ist. Diese hat nun eine Vorladung von der US-Wertpapier- und Börsenkommission (SEC) erhalten. Das geht aus einem SEC-Jahresbericht zum Formular 10-K hervor, der am Dienstag, 17. April, eingereicht wurde.

Darin heißt es, dass Riot Blockchain am 9. April eine SEC-Vorladung erhalten habe, worin "bestimmte Informationen" von der Firma angefordert wurden. Außerdem heißt es, dass sie beabsichtigt bei der Anfrage "voll zu kooperieren". Riot Blockchain macht deutlich, dass sie wegen diesem Schritt nicht besonders besorgt sind, da "viele Unternehmen, die Blockchain- und Kryptowährungsgeschäfte betreiben, Vorladungen von der SEC erhalten haben". Das bezieht sich offenbar auf die öffentlichen Krypto-Stichprobenuntersuchungen der SEC.

Bevor sich der Name des Unternehmens änderte, hieß Riot Blockchain Bioptix, ein Unternehmen, das mit Patenten arbeitete, in denen es um die "Zulassung und Verkauf, Vermarktung, Vertrieb, Import und Export von luteinisierenden Hormon- ("LH") und/oder follikelstimulierenden Hormon ("FSH")-Produkten für Rinder, Pferde und Schweine zur Unterstützung und Erleichterung der Fortpflanzung". Das geht aus ihrer im Herbst Presseerklärung über die Namensänderung hervor.

Nach dem Ausstieg aus dem Veterinär- und Life-Science-Geschäft, das im Riot Blockchains SEC-Dokument als "nicht erfolgreich" bezeichnet wurde, orientierte sich das Unternehmen in Richtung Kryptowährungs-Mining um. Dabei hat es sich mitBitmain-Hardware und -Investitionen in den Kryptowährungssektor beschäftigt. Das Unternehmen berichtet, dass es auch Pläne für Kryptowährungsbörse gibt.

Unter dem Abschnitt "Wettbewerb" im SEC-Bericht listet Riot Blockchain verwirrenderweise den kryptofreundlichen Einzelhandels-Riesen Overstock.com als Konkurrenten auf.

Trotz des neuen Kryptotrends von Riot Blockchain, berichten sie, dass sie "nicht profitabel sind und seit unserer Gründung Verluste gemacht haben" und "erwarten, dass sie auch in absehbarer Zeit Verluste machen werden".

Die Namensänderung von Riot Blockchain führte zu einer Korrektur der Handelsspanne um 1.611%. Der SEC-Bericht erklärt, dass ihr Aktienkurs im Dezember 2017 ein Hoch von umgerechnet über 30 Euro pro Aktie hatte und dass der Schlusskurs ihrer Aktie am 12. April bei umgerechnet 6,03 lag.

Der Kursrückgang ist laut dem Dokument teilweise auf die negative Presse zurückzuführen, die das Unternehmen bekommen hat. Insbesondere bezieht es sich hier auf einen CNBC-Bericht vom Februar, in dem es um mögliche Aktienmanipulationen und Insiderhandel ging:

"Zum Zeitpunkt der Einreichung leiden wir immer noch unter einer ungünstigen Berichterstattung und wenn wir in der Presse weiterhin negativ dargestellt werden, könnte unser Aktienkurs weiter beeinträchtigt werden."

Heute, am 18. April, hat der Twitter-Nutzer Mark Constantine einen humorvollen Screenshot verschiedener CNBC-Artikel veröffentlicht, in denen es um den Übergang von Riot Blockchain in den Krypto-Sektor geht:

In der jüngsten SEC-Einreichung heißt es, dass der Vorsitzende der SEC Jay Clayton "davor gewarnt hat, dass es inakzeptabel ist, dass Unternehmen ohne eine bedeutende Erfolgsbilanz in der Blockchain-Technologie ihre Finger im Spiel haben, ihre Namen ändern und den Anlegern sofort Wertpapiere anbieten, ohne ausreichend über die damit verbundenen Risiken zu informieren." Im Januar sagte die SEC, dass Unternehmen, die ihre Namen auf diese Weise geändert haben, von den Aufsichtsbehörden stärker kontrolliert werden.

Die SEC reichte Anfang April eine Beschwerde gegen das Krypto-Unternehmen Longfin wegen Insiderhandels ein. Im März erhielt der Krypto-Hedgefonds vom Techcrunch-Gründer eine SEC-Vorladung und die Krypto-Tochtergesellschaft von Overstock.com verriet, dass die SEC ihr Initial Coin Offering (ICO) untersuche.