Vitalik Buterin: Krypto muss Individualismus der frühen Cypherpunks hinter sich lassen

Der Ethereum (ETH)-Mitbegründer Vitalik Buterin hat behauptet, dass sich die Krypto-Community über den Individualismus ihrer frühen Cypherpunk-Tage hinaus entwickeln und die Technologie nutzen sollte, um neue, gerechte und innovative Systeme mit positiven sozialen Auswirkungen zu schaffen.

Buterin hat dies im Rahmen einer Grundsatzrede auf der RadicalxChange-Konferenz in Detroit am 24. März geäußert, wie BreakerMag am 25. März berichtete.

Buterin hatte RadicalxChange gemeinsam mit dem Ökonomen Glen Weyl, der auch Mitautor des Buches "Radical Markets" ist, ins Leben gerufen. Das Werk ruft aus einer ermutigten und radikal-liberalen Perspektive heraus zu einem Umdenken der Märkte auf. Dies soll als Gegenmittel zu Neoreaktionen, Populismus und Protektionismus dienen.  

In seiner Rede behauptete Buterin, dass sich die Krypto-Befürworter und -Entwickler heutzutage weg vom heftigen Individualismus der Cypherpunk-Bewegung und weg von einem übermäßigen Fokus auf die Maximierung von Autonomie und Datenschutz bewegen sollten.

Geld sei grundsätzlich und zutiefst sozial. Kryptowährungen und Blockchain- Technologie hätte das Potenzial, eine explizit politische und kollektive Agenda voranzutreiben. Das umfasse auch, so Buterin, ein Umdenken bei Modellen der sozialen Führung, die Formalisierung von Identität und Community-Zugehörigkeit, die Förderung einer gerechten Finanzierung öffentlicher Güter und die Neugestaltung von Eigentumsstrukturen.

Buterin hat Kryptowährungen und Blockchain als Ausweg aus der gegenwärtigen Sackgasse präsentiert. Neben diesen nannte er auch den kreativen und vorausschauenden Einsatz von Technologie, um konkrete politisch-ökonomische Ziele anzugehen. Kritiker des Status quo, wie er behauptete, würden entweder einen "zentral geplanten Statismus im Stil der 50er Jahre" auf der linken Seite oder einen "Freimarktkapitalismus mit etwas mehr Sozialhilfe" unter den Zentristen. Beide Vorstellungen würden laut ihm "intellektuellen Sackgassen" gleichen.

Er erklärte, dass die Erfindung von Bitcoin eine mächtige Bewegung gegen die Hegemonie der Staats- und Zentralbank darstelle. Dabei äußerte er auch seine Überzeugung, dass Smart-Contract-Plattformen, wie etwa Ethereum, sowie auf Governance ausgerichtete Blockchains dazu beitragen könnten, ihren ursprünglichen revolutionären Impuls vollständig zu entfalten.

Wie Cointelegraph berichtete, hat Satoshi Nakamoto - der mystische und anonyme Erfinder von Bitcoin - beim Entstehungsblock des Coin bekanntermaßen eine Times-Schlagzeile vom Januar 2009 über die Rettungsaktion für britische Banken eingebettet.

Buterin nannte die Herausforderungen bei der kreativen Erweiterung der Vision von Nakamoto in einer kürzlich gehaltenen Rede. Dabei erklärte er, dass nichtfinanzielle Blockchain-Anwendungen nach wie vor größere Schwierigkeiten haben, sich durchzusetzen. Er sagte, dass ihm persönlich sei es wichtig, die derzeitige Technologie- und Energielandschaft durch die Schaffung eines dezentralen Ökosystems neu zu gestalten. Das würde kleineren Akteuren ermöglichen, mit etablierten Monopolen zu konkurrieren.