Vitalik Buterin, Mitbegründer von Ethereum, erklärte, er plane, sich 2026 wieder voll und ganz für das Konzept der dezentralen sozialen Medien zu engagieren. Er argumentierte, dass nur Plattformen, die auf gemeinsamen, dezentralen Layern aufbauen, echten Wettbewerb fördern und Massenkommunikation unterstützen können, die sich an den tatsächlichen Interessen der Nutzer orientieren und nicht an Engagement-Kennzahlen.
In einem Beitrag auf X vom Mittwoch erklärte Buterin, dass er seine Aktivitäten in diesem Jahr auf dezentrale soziale Plattformen verlagert habe. Er wies darauf hin, dass jeder Beitrag, den er bisher im Jahr 2026 geschrieben oder gelesen habe, über Firefly abgerufen worden sei, eine Multi-Client-Schnittstelle, die X, Lens, Farcaster und Bluesky unterstützt.
„Wenn wir eine bessere Gesellschaft wollen, brauchen wir bessere Massenkommunikationsmittel“, sagte Buterin und argumentierte, dass Dezentralisierung Wettbewerb ermöglicht, indem sie mehreren Kunden erlaubt, auf einer gemeinsamen sozialen Ebene zu operieren.

Buterin kritisierte gleichsam viele krypto-basierte Social-Media-Projekte dafür, dass sie sich auf spekulative Token als Ersatz für sinnvolle Innovationen verlassen, und argumentierte, dass SocialFi-Experimente wiederholt gescheitert sind, weil sie bereits vorhandenes Sozialkapital und kurzfristige Kursspekulationen belohnen, anstatt die Qualität der Inhalte und konstruktive Diskussionen.
Er stellte diese Bemühungen den Abonnementmodellen für Kreative wie Substack gegenüber, die seiner Meinung nach Anreize für hochwertige Inhalte besser aufeinander abstimmen.
Buterin forderte zugleich eine breitere Beteiligung der Community und drängte Nutzer und Entwickler dazu, mehr Zeit in dezentralisierten sozialen Ökosystemen zu verbringen. Er erklärte, die Branche müsse sich von einer einzigen zentralisierten „Informationskriegszone“ lösen und sich in Richtung eines wettbewerbsfähigeren Systems bewegen, wo neue Formen der Online-Interaktion entstehen können.
Dezentrale soziale Medien als Alternative
Dezentrale soziale Medien, auch SocialFi genannt, sind Plattformen, die auf offenen oder Blockchain-basierten Netzwerken aufbauen, bei denen die Identitäten der Nutzer, Inhalte und sozialen Interaktionen nicht von einem einzigen Unternehmen kontrolliert werden. Während Protokolle wie Lens und Farcaster frühzeitig Anklang gefunden haben, hat der Sektor bislang Schwierigkeiten, diese Dynamik in eine nachhaltige Adoption auf dem Massenmarkt umzuwandeln.
Am Mittwoch hat der Infrastrukturanbieter Neynar Farcaster von Merkle übernommen. Dan Romero, Mitbegründer von Farcaster, gab diese Nachricht bekannt und erklärte: „Nach fünf Jahren ist klar, dass Farcaster einen neuen Ansatz und eine neue Führung braucht, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.“
Auch Lens hat diese Woche einen Führungswechsel vollzogen, da Aave die Verwaltung des Open-Source-Protokolls an das Mask Network übertragen hat und das Web3-Social-Media-Projekt damit beauftragt hat, verbraucherfreundliche Onchain-Social-Apps voranzutreiben.
Farcaster hat insgesamt mehr als zwei Millionen registrierte Nutzer und verzeichnet täglich Hunderttausende von Interaktionen, gemessen an Beiträgen und Reaktionen. Laut Daten von Dune Analytics hat Lens etwa 506.000 Nutzer gewonnen.



