Australische Regulierungsbehörde aktualisiert ICO und Krypto-Richtlinien

Der australische Kommissar für Wertpapiere und Investments (ASIC) John Price hielt auf einer Fintech-Veranstaltung in Sydney am 26. April eine Rede, in der er die aktualisierten Richtlinien der Finanzaufsichtsbehörde für ICO und Kryptowährungen hervorhob.

"Die Entwicklung innovativer Technologien wie Blockchain und ICOs hat das Potenzial, die Art und Weise zu revolutionieren, wie unsere Gesellschaft mit Finanzprodukten und -dienstleistungen umgeht, aber mit der Revolution geht auch ein Risiko einher... Betrügereien sind schädlich, wenn es darum geht, irgendeine Form von Vertrauen aufzubauen. Und wir alle spielen eine Rolle dabei, um sicherzustellen, dass es zu diesen nicht kommt."

Die Rede von Price konzentrierte sich auf den Schutz australischer Verbraucher und betonte, dass die australischen Unternehmens- und Verbrauchergesetze auch dann gelten, wenn ein ICO im dem Ausland gestartet und von dort aus betrieben wird.

Letztes Jahr veröffentlichte die ASIC ein Informationsblatt, das Ratschläge für Unternehmen enthält, die einen ICO in Erwägung ziehen. Denn sie könnten möglicherweise unter den australischen Corporations Act 2001 fallen. Das hängt davon ab, welche Art von Token angeboten wird. ICOs können als "verwaltete Investmentsysteme", Aktien- oder Derivatangebote oder "bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten" betrachtet werden. Price betonte gestern auch ihre "grundlegende Verpflichtung, durch Angebote oder Marketing niemanden zu täuschen oder irrezuführen".

Price sagte, es liege "im Interesse der Kryptoindustrie, einen reiferen Sektor aufzubauen, der das Vertrauen der Öffentlichkeit langfristig stärken" könne. Er fügte hinzu, dass die ASIC derzeit mit anderen nationalen und internationalen Regulierungsbehörden einen Rahmen für Kryptowährungen diskutiere, dabei gehe es um die Themen "Besteuerung, Anti-Geldwäsche, Zahlungssysteme und Finanzdienstleistungen".

ASIC ist laut Price "gegenüber neuen Technologien und frühen Geschäftsmodellen aufgeschlossen" und meint, dass das "richtige regulatorische Umfeld" Fintech-Innovationen "florieren" lässt.

In Europa, Asien und den USA gab es einen beträchtlichen regulatorischen Schwung in Bezug auf den Kryptobereich. ICOs stehen unter besonderer Beobachtung. Außerdem müssen Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Know-Your-Customer-Grundsätze (KYC) in der Branche auf konforme Weise umgesetzt werden. Die unsicheren Auswirkungen durch Regulierungen wirken sich bereits auf das eingehende Kapital aus. Doch einige Investoren glauben, dass regulatorische Klarheit auf lange Sicht eine positive Sache ist.