Frauen in Blockchain und Krypto: Wie man das Geschlechter-Ungleichgewicht ausbalancieren kann

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Der Prozentsatz der Frauen, die mit Kryptowährung zu tun haben, ist weit unter dem der Männer. Dies konnte durch zahlreiche Umfragen und Forschungsstudien bestätigt werden. Darüber hinaus zeigten Fälle, wie bei der North American Bitcoin Conference, wo nur 3 der 88 Sprecher Frauen waren und die After-Party der Konferenz in einem Stripclub abgehalten wurde, einen Disparitätstrend in der Industrie.

Vor kurzem gab es Bemühungen, um mehr Frauen in Blockchain-Technologie und Kryptowährung einzubinden. Initiativen, wie die "Women in Crypto"-Veranstaltung von Mogul, und Organisationen, wie die Women in Blockchain Foundation, haben sich bemüht, mehr Frauen in den Blockchain- und Krypto-Bereich einzubeziehen.

Was genau zeigen also die Beteiligungsstatistiken und was könnten Frauen tun, um sich stärker in der aufstrebenden Blockchain- und Kryptowährungsindustrien einzubinden?

Disparität in der Beteiligung

Laut Coin.dance waren bis Mai 2018 94,73 Prozent der engagierten Nutzer und der aktiven Teilnehmer bei Bitcoin-Communitys Männer und 5,27 Prozent Frauen.

Bitcoin-Community-Engagement nach Geschlecht

Bildquelle: coin.dance

Im Oktober 2017 ergab es eine Umfrage, gestartet vom Reddit-Nutzer loveYouEth, dass 96 Prozent der Ether-Nutzer Männer sind. MyEtherWallet meldete außerdem, dass 84 Prozent der Wallet-Besitzer männlich seien.

MyEtherWallet

Bildquelle: Twitter @MyEtherWallet

Die Diskrepanz in der Anzahl der Männer und Frauen, die an Kryptowährungen beteiligt sind, könnte möglicherweise durch eine Studie mit dem Titel "Risiko und Belohnung werden anders verarbeitet, wenn die Entscheidungen unter Stress gemacht werden" erklärt werden. Die Studie fand heraus, dass "Stress die Geschlechtsunterschiede hinsichtlich der Strategien bei riskanten Entscheidungen verstärkt, wobei Männer unter Stress ein höheres Risiko eingehen und Frauen ein geringeres". Das könnte ein Grund sein, warum weniger Frauen als Männer bei Blockchain und Kryptowährung involviert sind. Berufe im Banken- und Finanzsektor erfordern manchmal riskante Entscheidungen in Situationen, die Stress verursachen können.

In einem Artikel über Risikobereitschaft stellte der Unternehmensberater Doug Sundheim fest, dass Frauen sich eher auf die negativen Folgen von Risiken fokussieren als Männer:

"Bei einer riskanten Entscheidung müssen die Führungskräfte viele Faktoren abwägen. Zwei der größten sind einerseits die Wahrscheinlichkeit, dass das fragliche Risiko dazu beiträgt, strategische Ziele zu erreichen. Und andererseits die Auswirkungen, die das Risiko auf die beteiligten Personen haben wird...In meinen Beratungen habe ich festgestellt, dass Männer dazu neigen, sich eher auf das erste und Frauen eher auf das zweite fokussieren."

Es ist möglich, dass die Volatilität der Kryptowährungen und die unterschiedlichen Grade der Risikobereitschaft, die den Männern und Frauen biologisch zugeordnet werden, der Grund dafür sind, warum eine Disparität bei der Einbindung und Beteiligung in Bezug auf Blockchain und Kryptowährung besteht.

Phu Styles, Gründer der Women in Blockchain Foundation, nannte gegenüber Cointelegraph einen weiteren möglichen Grund, warum mehr Männer als Frauen an Blockchain und Kryptowährung beteiligt sind:

"Wie bei den meisten Dingen, die mit der Technik zu tun haben, sind Männer die Zielgruppe für Krypto. Daher gibt es auch aufgrund des fehlenden Zugangs weniger Frauen, die an Kryptowährungen beteiligt sind."

Dieser Trend könnte sich jedoch ändern, da die Industrie für Blockchain- und Kryptowährung versucht, in einer Reihe von Bereichen Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen.

Der Leitfaden der Handelskommission für Rohstoffe und Futures zu virtuellen Währungen erklärt, dass Blockchain-Technologien in Finanzinstituten, Regierungsorganisationen und branchenübergreifenden Anwendungen, wie digitalen Identitäten und Smart Contracts, eingesetzt werden. Die Anwendung der Blockchain-Technologie in diesen Feldern könnte eine Reihe von Arbeitsmöglichkeiten schaffen.

Da mehr Blockchain-bezogene Unternehmen gegründet werden, könnte eine Nachfrage nach Entwicklern, Projektmanagern, Kundensupport, Anwälten, Webdesignern und vielen anderen Berufen bei Unternehmen entstehen, die Blockchain-bezogene Stellen in ihrer Organisation besetzen müssen.

Wie man mehr Frauen einbindet: von Wallets bis hin zur Forschung

Bei einer kürzlichen Veranstaltung mit dem Titel "Women in Crypto" schlug Kelsey Cole, Mitbegründer des digitalen Blockchain-Advertising-Unternehmens Adbank, vor, dass Frauen die drei folgenden, einfachen Schritte unternehmen sollten, um sich in der Kryptowährungsindustrie zu engagieren:

  1. Richten Sie sich eine Wallet ein und notieren Sie den privaten Schlüssel, da eine Position in Krypto normalerweise mit einer Form einer Kryptowährungs-Wallet einhergeht.
  2. Nehmen Sie an der Community teil. Das ist eine Aktivität, die das Wissen und den Ruf verbessern, was für die Karriereentwicklung von unschätzbarem Wert ist.
  3. Recherchieren Sie über die Technologie und den Markt, denn die Sorgfaltspflicht ist sowohl für die Karriere als auch für die Investition entscheidend für den Erfolg.  

Phu Styles erklärte gegenüber Cointelegraph auch ihre Vision von möglichen Maßnahmen, um mehr Frauen in die Branche einzubeziehen:

"Jeder Kryptoinvestmentfonds sollte auch aktiv versuchen, in von Frauen geführte Blockchain-Unternehmen zu investieren. Regierungen sollten Anreize geben, um Frauen zum Start von Blockchain-Projekten anzuregen. Und auf persönlicher Ebene sollten sowohl Männer als auch Frauen, die bereits an Blockchain beteiligt sind, ihr Wissen teilen und Frauen, die neu im Bereich sind, betreuen."

Mehr Aufmerksamkeit

Allie Mullen, Leiterin für globales Marketing der auf Frauen ausgerichteten Technologieplattform Mogul, sagte gegenüber Cointelegraph, dass es wichtig sei, mehr Aufmerksamkeit und Bildung zu schaffen, um Frauen dazu zu bewegen, sich mehr bei Blockchain und Kryptowährungen einzubinden und daran teilzunehmen.

"Ich glaube, es geht darum, stärker darauf aufmerksam zu machen und mehr Bildung in die Industrie zu bringen. Sobald man das allgemeine Konzept einmal verstanden hat und sich klar macht, auch wenn das ein komplexes Thema ist, dass es gar nicht so kompliziert ist, wie es scheint. Ich habe fälschlicherweise angenommen, das sei eine komplizierte Industrie, die für Softwareentwickler und Finanzleute gemacht ist. Aber nachdem ich mehr darüber erfahren habe, wurde mir klar, dass es tatsächlich viele Möglichkeiten und Potenzial für alle gibt, sich zu engagieren."

Die Kommentare von Styles und Mullen legen nahe, dass, wenn Frauen daran interessiert sind, sich an der Blockchain- und Kryptowährungsindustrie zu beteiligen, ist es von Vorteil, sich Wissen aus beiden Branchen anzueignen. Wenn man sich besser auskennt und sachkundig ist, kann das Frauen in Bezug auf Blockchain und Kryptowährung sehr vielseitig machen und sie in eine Position bringen, die zu Berufschancen führt.

Damit sich die Blockchain- und Kryptowährungs-Industrie wirklich weiterentwickelt und das Beste aus sich herausholen kann, könnten Frauen und ihre Ideen von großem Wert sein. Je mehr Perspektiven und Blickwinkel durch Menschen, Rassen, Hintergründe und Ethnien aller Art zur Verfügung stehen, desto besser würde die Branche entwickeln. Deshalb brauchen wir mehr Frauen, die am Tisch sitzen und zu den Blockchain- und Kryptogesprächen beitragen und diese auch lostreten.

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