Was ist OTC-Trading?

OTC-Trading bezeichnet den Handel von sogenannten „Over-The-Counter“ Geschäften und ist deshalb auch als Außerbörslicher Handel bekannt. Hierbei wird ein Geschäft direkt zwischen zwei Marktteilnehmern abgewickelt, ohne, dass eine Börse als Mittelsmann involviert ist.  

OTC-Trades können für vielerlei Finanzprodukte durchgeführt werden, ganz egal, ob Handelswaren, Aktien oder Derivate. Im Gegensatz zum Handel an einer Börse, finden die OTC-Geschäfte nicht an einer zentralen Stelle statt, sondern werden über ein Netzwerk von Händlern abgewickelt, das beide Seiten zusammenbringt. Allerdings müssen die betroffenen Parteien nicht zwangsläufig in unmittelbaren Kontakt treten, oftmals wird das jeweilige OTC-Geschäft stellvertretend durch Broker getätigt.

Die sogenannten „OTC-Desks“ sind wiederum Handelsplattformen, die als Anlaufstelle für entsprechende Geschäfte dienen. Hier werden zumeist Wertpapiere angeboten, die aus verschiedenen Gründen nicht auf den regulären Börsen notiert sind. So sind kleinere Unternehmen zum Beispiel nicht in der Lage, die benötigten Gebühren für eine Notierung an der Börse aufzubringen, weshalb sie ihre Wertpapiere dementsprechend im außerbörslichen Handel unterbringen.

Obwohl diese Handelsform zwar gewisse Risiken birgt, wie zum Beispiel das Kontrahentenrisiko, bietet sich gleichzeitig auch Chancen und Freiräume, die im engen Korsett der regulierten Börsen nicht zur Verfügung stehen. Dementsprechend gewinnt der OTC-Handel zunehmend an Beliebtheit, ob bei Investoren, Händlern oder Unternehmen. Selbst Großkonzerne wie Nestlé, Bayer oder Danone nutzen diesen Weg und verkaufen ihre Firmenanteile über OTCQX, eine der größten Plattformen für OTC-Trading.

Auch in der Kryptobranche setzen sich die OTC-Desks zunehmend als Alternative durch, besonders für Anleger, die große Mengen an Coins veräußern wollen, wie zum Beispiel Miner oder Großinvestoren. Gleichsam gibt es mittlerweile auch viele Anleger, die Kryptowährungen direkt handeln wollen, ohne dabei auf eine Kryptobörse angewiesen zu sein.

Over-The-Counter Geschäfte erleben durch Krypto-Investoren eine wahre Renaissance, da die Handelsform in der Branche zuletzt stark an Beliebtheit gewonnen hat. Selbst die Kryptobörse Binance, Coinbase und Circle sahen sich veranlasst, in den vergangenen Monaten ihre eigenen OTC-Desks zu eröffnen und dass, obwohl sich die Kryptomärkte in einer heftigen Schwächephase befanden.  

Einige Experten schätzen, dass das OTC-Trading inzwischen sogar höhere tägliche Handelsvolumen aufweist als die Kryptobörsen. So hat eine Studie von Digital Assets Research zuletzt ergeben, dass auf den OTC-Märkten im April 2018 zwischen 250 Mio. – 30 Mrd. US-Dollar an Trades pro Tag durchgeführt wurden, während die üblichen Kryptobörsen lediglich auf 15 Mrd. US-Dollar kamen.

Wer ist die Hauptzielgruppe des OTC-Tradings?

Krypto-Miner, die ihre gewonnen Coins über OTC-Trades verkaufen, machen einen Großteil des OTC-Marktes aus, auch Hedgefonds und Großinvestoren gehören zur Zielgruppe.

Im Oktober 2018 hat der Cumberland OTC Desk, der zum Krypto-Hadelskontor der DRW Holdings gehört, offengelegt, dass die meisten Geschäfte auf seiner Plattform während asiatischen Arbeitszeiten stattfinden. Dementsprechend vermuten Experten, dass es sich hierbei um aus Asien stammende Krypto-Miner handelt, wie zum Beispiel Bitmain oder BTC.com, die ihre Coins über OTC-Geschäfte in den Umlauf bringen.

Allerdings gehört der OTC-Markt nicht ausschließlich den Minern, denn wie eine Studie von Reuters zeigt, tummeln sich hier auch Großinvestoren, Zahlungsdienstleister und Hedgefonds. Dabei sind es hauptsächlich Männer zwischen 20 – 30 Jahren, die auf dem Markt tätig sind. Als gängiges Kommunikations- und Anbahnungsmittel für die Trades werden Messenger-Dienste wie Skype oder Telegram genutzt bzw. die zuvor erwähnten Handelsplattformen (OTC-Desks).

Experten vermuten, dass Großinvestoren, die die Massentauglichkeit der Kryptobranche vorantreiben, bevorzugt außerhalb der Kryptobörsen handeln. Diese Annahme wird wiederum dadurch bestätigt, dass viele große Krypto-Unternehmen, darunter Huobi, Coinbase oder Bithumb, ihre eigenen OTC-Desks speziell auf institutionelle Investoren zugeschnitten haben.

Insgesamt lässt sich also feststellen, dass jeder, der Große Mengen an Kryptowährungen verkaufen will, ohne dabei bestimmten Einschränkungen zu unterliegen, ein Interesse am OTC-Trading hat.

Ich bin kein Großinvestor, weshalb sollte ich OTC-Handel betreiben, anstatt eine Kryptobörse zu nutzen?

Wenn Sie hohe Liquidität und ein gewisses Maß an Anonymität wünschen, dann könnte der OTC-Handel für Sie die richtige Wahl sein.

Nehmen wir an, Sie wollen eine beträchtliche Menge an Altcoins verkaufen, die Sie noch aus der Anfangszeit der Kryptowährungen angespart haben, dann suchen Sie nach einer Möglichkeit, um dieses Vermögen „liquide“ zu machen. Die Experten sind sich einig, dass Kryptobörsen weniger Liquidität anbieten als nötig, weshalb Sie in einem solchen Fall auf den OTC-Handel ausweichen sollten.

Ein weiteres Argument für den OTC-Handel ist die ausbleibende Nebenwirkung auf den Markt. Wenn Sie zum Beispiel eine große Menge einer Kryptowährung verkaufen, könnte dies unweigerlich Auswirkungen auf den Kurswert haben. Da OTC-Trades allerdings nicht in den Orderbüchern auftauchen, wird dadurch auch nicht der Kurs beeinflusst.

Außerdem legen Sie beim Krypto-Handel eventuell auch Wert auf Anonymität und Datenschutz. In diesem Sinne ist es vorteilhaft, auf die Einbindung einer öffentlichen Kryptobörse zu verzichten und das Geschäft direkt mit der Gegenpartei abzuwickeln, um keine ungewollte Aufmerksamkeit zu generieren.

Des Weiteren müssen Sie kein Großinvestor sein, um auf den Kryptobörsen an ein Tages- oder Monatslimit für ihre Trades zu stoßen. Selbst für Großinvestoren hat die amerikanische Kryptobörse Coinbase ein Tageslimit von 10.000 US-Dollar festgelegt, das höchstens bis auf 25.000 US-Dollar erweitert werden kann. Binance hat wiederum ein Tageslimit von 2 BTC pro Nutzer, hier kann das Maximum auf 100 BTC pro Tag erhöht werden, aber nur für Nutzer, die eine Vielzahl an Informationen offenlegen. Obwohl es bei den Limits also einen gewissen Spielraum gibt, nimmt damit gleichzeitig auch die Anonymität ab.

Was ist das Einstiegsminimum für den OTC-Handel?

 Die OTC-Desks für Großinvestoren fordern meist hohe Einstiegssummen, allerdings gibt es auch kleinere Handelsplattformen, die schon bei niedrigeren Beträgen den Zugang gewähren.

In der Regel sind die geforderten Einstiegssummen beträchtlich. Die großen Handelsplattformen zielen schließlich überwiegend auf Großinvestoren ab. Wie Cointelegraph kürzlich berichtet hat, verpflichtet der OTC-Desk der amerikanischen Kryptobörse Bittrex seine Investoren, mindestens 250.000 US-Dollar pro Handelsgeschäft zu investieren. Die Kryptobörse Poloniex legt für ihre OTC-Trades die gleiche Mindestsumme fest.

Binance, eine in Malta ansässige Kryptobörse, gibt wiederum an, dass von ihr nur OTC-Trades ab einer Größe von 20 BTC durchgeführt werden, was zuletzt einem Gegenwert von 175.000 US-Dollar entspricht. Krypto-Handelsplattform Coinbase hat seine OTC-Kunden wiederum in einer Vorauswahl selektiert, wobei ausschließlich institutionelle Investoren zugelassen wurden.

Allerdings geht OTC-Trading auch in kleinerem Maßstab. So gibt es kleinere Anbieter und spezielle Chaträume, die etwas weniger großspurig mit dem Thema umgehen. Die Kryptobörse Changelly hat zum Beispiel kürzlich einen OTC-Service an den Start gebracht, der das Einstiegsminimum bei 10 BTC (86.000 US-Dollar) festgesetzt hat, was vergleichsweise gering ist. Der Messenger-Dienst Telegram bietet wiederum gesonderte Chaträume an, in denen Käufer und Verkäufer für OTC-Trades zusammenkommen können, ohne, dass es dafür einen Minimalbetrag gibt.

Ich möchte in den OTC-Handel einsteigen, wie finde ich die passende Plattform?

Wenn es ihnen nichts ausmacht, sich an Geldwäschebestimmungen zu halten und Informationen offenzulegen, dann können Sie die OTC-Desks der großen Kryptobörsen nutzen. Falls Sie jedoch Anonymität und Datenschutz bevorzugen, sollten Sie stattdessen auf kleinere Plattformen oder private Trades zurückgreifen.

Bevor Sie in den OTC-Handel einsteigen, sollten Sie sich zunächst darüber Gedanken machen, welche Informationen Sie bereit sind offenzulegen und ob Sie diese an eine dritte Partei weitergeben möchten. Wie zuvor erwähnt, werden Sie auf den Handelsplattformen der großen Kryptobörsen nicht umhinkommen, sensible Daten anzugeben.

Auf kleineren Plattformen können Sie dagegen leichter und unkomplizierter in den OTC-Handel einsteigen. Auf Changelly müssen Sie zum Beispiel nur eine gültige E-Mail-Adresse und ihren Benutzernamen eines gängigen Messenger-Dienstes angeben, um auf den OTC-Desk zugreifen zu können.

Des Weiteren gilt es bei ihrer Wahl darauf zu achten, dass für Handelsgeschäfte Transaktionsgebühren anfallen. Egal, ob Sie über einen Broker oder direkt mit der Gegenpartei einen Trade ausführen, müssen Sie die Gebühren jeder Transaktion gesondert berechnen. Eine solche Handelsgebühr kann dabei fix oder abhängig vom Transaktionsvolumen sein.

Bei OTC-Handelsplattformen müssen Sie außerdem noch deren Sicherheit und Form der Verwahrung beachten. Prüfen Sie dahingehend auch, ob eine Plattform Versicherungsleistungen für Anleger anbietet. Falls Sie sich unsicher sind, kann es hilfreich sein, wenn der von ihnen gewählte Service persönliche Beratung anbietet, um etwaige Fragen zu klären.

Abschließend sollten Sie noch einen Blick auf die bisherigen Bewertungen und Rezensionen anderer Kunden werfen. Wenn Sie von einem persönlichen Berater der Handelsplattform unterstützt werden, sollten Sie herausfinden, ob die Person tatsächlich auf den Bereich OTC-Trading spezialisiert ist.

Was sind die Risiken des OTC-Handels?

Wie bei allen anderen Handelsformen, gibt es auch im OTC-Handel Risiken hinsichtlich Betrugs und Zahlungsausfällen. Dementsprechend sollten Anleger sich genauestens darüber informieren, wie und mit wem Sie traden.

Besonders große Handelssummen können manchmal sehr verdächtig sein. Wie ein anonymer Investor gegenüber Reuters erklärt hat, sind die OTC-Märkte oft besonders aktiv, nachdem ein Hackerangriff auf eine Kryptobörse getätigt wurde. Falls Sie sich also entschließen, direkt und privat zu traden, dann sollten Sie immer vorsichtig und ein wenig skeptisch sein, wenn es dabei um verdächtig hohe Summen geht.

In den sozialen Medien gibt es viele traurige Beispiele, in denen Betrüger die Gutmütigkeit anderer Anleger ausgenutzt haben, indem sie ihre tatsächliche Vermögenssituation verschleiern, fälschen oder anderweitig in die Irre führen. Bei LocalBitcoins gibt es viele Beispiele für Betrugsfälle, an denen sich Anleger im Voraus orientieren können. Generell gilt, dass ein verdächtiges Handelsgeschäft im Zweifel lieber abgebrochen werden sollte. Ein Broker kann dahingehend helfen, etwaige Risiken zu minimieren.

Des Weiteren nutzen viele OTC-Händler bisher noch keine zuverlässigen Verwahrungsdienstleistungen, was das Risiko eines Zahlungsausfalls erhöht. Dementsprechend setzen viele Anleger auf Treuhandkonten, um ihr Geld zurückzubekommen, falls das OTC-Geschäft scheitert.

Wie können diese Risiken minimiert werden?

Während der OTC-Markt zunehmend größer wird, arbeiten die Handelsplattformen daran, zuverlässige Verwahrungsdienstleistungen einzurichten und weitere Mechanismen zur Risikominimierung zu etablieren.

Der OTC-Markt gewinnt immer mehr an Beliebtheit, weshalb Händler unter Hochdruck daran arbeiten, die Trades so sicher wie möglich zu machen, um institutionelle Investoren in den Markt zu locken. Davon profitieren letztendlich alle Marktteilnehmer.

So entwickelt Fidelity, der fünftgrößte Vermögensverwalter der Welt, momentan eine Lösung für sogenannte „Cold-Storage“, die die Vermögen von großen Krypto-Firmen im OTC-Handel verwahren soll. Coinbase hat unterdessen einen Depot-Service für den eigenen OTC-Desk eingerichtet, der es den Kunden ermöglicht, einzelne Trades genauer zu durchleuchten, ehe ein jeweiliges Geschäft endgültig abgewickelt wird.

Mehr Informationen zu Changelly

Dies ist ein gesponserter Beitrag. Cointelegraph übernimmt keine Verantwortung oder Haftung für jedwede Inhalte, Genauigkeit, Qualität, Werbung, Produkte oder andere Materialien auf dieser Seite. Leser sollten ihre eigene Recherche durhführen, bevor sie jegliche Handlungen bezüglich des Unternehmens vornehmen. Cointelegraph ist weder direkt noch indirekt für entstandene Schäden oder Verluste verantwortlich, gleichsam besteht keinerlei Haftung für Schädigungen, die durch die in den gesponserten Beiträgen beworbenen Produkte, Dienstleistungen oder Inhalte entstehen.