"51-Prozent-Attacke" in Silicon Valley TV-Serie - reale Möglichkeit oder Hollywood-Fiktion?

Die meisten modernen Technologiewunder landen in den Massenmedien, aber nur ein paar wenige sind einflussreich genug, um es bis in unsere Lieblingsfernsehshows zu schaffen.

Bitcoin und Kryptowährungen sind da keine Ausnahme und haben die Vorstellung von Millionen Menschen überall auf der Welt 2017 beflügelt, als das Phänomen in die Welt ausbrach.

Angetrieben von einem astronomischem Wertanstieg war Bitcoin Ende des Jahres 2017 ein gängiger Begriff für die meisten und viele waren sogar aktiv auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich mit der Währung zu engagieren.

Die Berichterstattung der Massenmedien sorgte für diverse Schlagzeilen und auch beliebte TV-Shows sind auf den Zug aufgesprungen. Im Zuge dessen wurde Bitcoin als Thema sowohl von der beliebten Komikerin Ellen Degeneres als auch von John Oliver in deren jeweiligen Shows behandelt.

Beide Komiker lieferten satirische Ansätze zu Bitcoin. Auch wenn jene Shows mit einer Prise Humor genommen werden müssen, erreichen beide Millionen von Zuschauern, was bedeutet, dass die eingenommene Haltung eine durchaus bedeutende Anzahl an Menschen beeinflussen kann.

Bitcoin und Kryptowährungen wurden in diversen beliebten TV-Shows über die vergangenen Jahre hinweg aufgegriffen, einschließlich der beliebten TV-Serie The Big Bang Theory. Auch einige Handlungsstränge aus der fünften Staffel von Silicon Valley behandeln Bitcoin intensiv als Thema.

Silicon Valley - eine Show über Tech-Startups

Für alle, die nicht mit der Serie vertraut sind: Silicon Valley dreht sich um die Leben von fünf Programmierern und ein Startup-Unternehmen im Silicon Valley in Kalifornien. Wenn Sie ein Fan der Show sind und Staffel 5 noch nicht gesehen haben, ist dies ein offizieller Spoiler-Alert!

Der Star der Show namens Richard Hendricks erfindet eine App namens "Pied Piper" und eine Daten-Kompressionsplattform. Die Show ist inspiriert von den erfolgreichen und katastrophalen Geschichten aus der realen Welt von IT-Startups und greift diese als Parodie auf.

Die vierte und fünfte Staffel, die 2017 bzw. 2018 ausgestrahlt wurden, leiten langsam das Konzept von dezentralisierten Blockchain-Systemen und Kryptowährungen über die Charaktere der Show ein.

Der Protagonist, Richard, hat eine revolutionäre Idee in Staffel 4. Er träumt von einem dezentralisierten, Peer-to-Peer-Internet, das ein Netzwerk aus Smartphones nutzt und sich eventuell in die originale Pied-Piper-App entwickelt.

Die Idee hat sogar zu der Kreation einer Parodie-Webseite geführt, während echte Projekte wie Storj und Sia nur zwei funktionierende Beispiele aus der realen Welt sind, die einen dezentralisierte Datenablagerungsdienst darstellen, der von Blockchain-Technologien angetrieben wird.

Staffel 5 dreht sich um die tatsächliche Entwicklung von Richards dezentralisiertem Internet. In der Mitte der Staffel verliert Richard Finanzierungsgelder von einem Investor und sein Softwareentwickler Gilfoyle schlägt vor, ein Initial Coin Offering (ICO) abzuhalten, um das Projekt weiter zu finanzieren.

Auch wenn das ICO nicht grade Millionen einbringt, kann das Team weiterarbeiten. Das Staffelfinale zeigt ein interessantes Szenario für reale Kryptowährungen auf.

Silicon Valleys 51-Prozent-Attacke

Ein neu vorgestellter "Bösewicht" tut sich mit dem regulären Seriencharakter Laurie zusammen und führt eine "51-Prozent-Attacke" auf Pied Pipers System durch.

Im Grunde geht es darum, dass eine Gruppe von Minern 51 Prozent der Hashrate der Kryptowährung kontrolliert und so in der Lage ist, die Bestätigungen für Transaktionen zu kontrollieren. Dadurch können sie Transaktionen aufhalten und diese sogar umkehren beziehungsweise Coins doppelt belasten. Mehr Informationen können in Cointelegraphs Guide über Proof-of-Work-Algorithmen gefunden werden.

In der Show wird uns mitgeteilt, dass die Angreifer Nutzer und Entwickler-Apps löschen können und deren neu-entwickelte Token gleich mit.

Auch wenn der Plot für eine gelungene TV-Show sorgt, sollten wir einen Schritt zurücktreten und überlegen, ob dies eine wahre Repräsentation von etwas ist, das im realen Leben so geschehen könnte.

Das Phänomen ist in der Krypto-Gemeinschaft nicht neu und wurde vor allem im Zuge der Bitcoin-Skalierung-Debatte diskutiert, die sich 2017 zuspitzte. Es ist auch heute noch relevant und ein geplantes Update des Ethereum-Netzwerkes könnte solche Angriffe eventuell verhindern.

Bemerkenswerterweise wurden hauptsächlich kleinere Kryptowährungen wie Krypton und Shift von den Attacken im Jahr 2016 getroffen.

Der Entwickler und Dozent der Cornell Universität Emin Gün Sirer ist überzeugt, dass die Ausmaße der Attacke in der Show leicht übertrieben dargestellt werden:

"Miner mit 51 Prozent oder mehr haben viele Befugnisse, aber sie haben weder die Möglichkeit, die tatsächlichen Regeln des Systems zu ändern, noch können sie Gelder an sich reißen. Sie können die bestehende Blockchain nur begrenzt neu schreiben: Sie können keine Transaktionen einfügen, die noch nicht existieren, sie können jede Transaktion auslassen, die sie wollen, und sie können sicherlich keine der bestehenden Regeln ändern. "

Wir Sirer anmerkt, nimmt sich Hollywood oft gewisse Freiheiten heraus, wenn es darum geht, reale Szenarien wiederzugeben. Es ist die Art von Erzählung im Fernsehen, bei der größere und unverfrorener Darstellung immer spannender für die Zuschauer sind als tatsächliche Ereignisse.

Piedpipercoin lebt

Es gab nicht viele Reaktionen auf das Finale der 5. Staffel, allerdings teilte Alphabitfund-Analyst Brad Mills einen Link auf Twitter, der Bedenken über die tatsächliche Kreation einer Pied Piper Kryptowährung aufwirft.

Wie von Mills gezeigt wird, ist der Coin nicht dem Produzenten HBO zugehörig, sondern wurde im Mai durch einen Airdrop erschaffen.

Diese Piedpipercoin-Situation zeigt die Popularität der TV-Show - denn es gibt genug Menschen, die sich für echte Token inspiriert vom Silicon Valley interessieren.

Es steht außer Frage, dass in den nächsten Woche noch intensiver auf den per Airdrop eingeführten Token eingegangen werden wird.