ABB startet Blockchain-Pilotprojekt für Solar-Energie-Sektor

Das internationale Elektrotechnikunternehmen ABB hat ein Blockchain-Pilotprojekt gestartet, um zu erforschen, wie die Technologie Solarenergie im Peer-to-Peer (p2p)-Energiehandel fördern könnte. Das geht aus einem Bericht des Tech-Medienplattform PV Tech vom 16. Mai hervor.

Zur Umsetzung des Projekts arbeitete ABB mit dem italienischen Energieaggregator Evolvere zusammen, um eine Blockchain zu implementieren, die gemeinsam mit der Blockchain-basierten Plattform Prosume entwickelt wurde. Das Pilotprojekt wird angeblich transparente und sichere p2p-Energie Transaktionen ermöglichen, sowie die Rolle der Blockchain im Markt der Smart Grids untersuchen.

ABB sagte gegenüber PV Tech, dass das Projektziel darin bestehe, Blockchain-fähige Wechselrichter zu entwickeln, damit die Energiemarktteilnehmer sowohl die Investitions- als auch die Betriebskosten senken können. Giampiero Frisio, Leiter des Geschäftsbereichs Smart Power von ABB, sagte: "Das Evolvere Projekt hat es uns ermöglicht, tragfähige und bewährte Lösungen für den Markt zu entwickeln, um neue Dynamiken und regulatorische Rahmenbedingungen für die Blockchain-Technologie vorwegzunehmen".

Die ABB Group ist an mehreren "smarten" und erneuerbaren Energieprojekten beteiligt, darunter Smart Gas und Elektroautos. ABB ist in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und Australien tätig. Im Jahr 2018 hatte das Unternehmen einen Betriebsertrag von über 25,5 Mrd. Euro.

Blockchain hat im Energiesektor auf der ganzen Welt an Bedeutung gewonnen. Anfang des Monats hat dasamerikanische Blockchain-Startup Data Gumbo Corp. umgerechnet 5,4 Mio. Euro von großen Energieunternehmen aufgebracht. Darunter war auch der Risikokapitalzweig des saudi-arabischen Erdöl- und Erdgasunternehmens Saudi Aramco. Die Investoren erwarten, dass die Blockchain-as-a-Service-Plattform von Data Gumbos, dass sie die Öl- und Gaslieferketten verbessert, indem sie Streitigkeiten beseitigen und automatisierte Zahlungen ermöglichen.

Im April entwickelte Österreichs größter Energieversorger Wien Energie in Zusammenarbeit mit dem Technologieriesen Bosch einen Blockchain-betriebenen Kühlschrank. Hauptziel des Projekts ist es, das Interesse der Verbraucher am nachhaltigen Energieverbrauch zu steigern. Eine Blockchain-Lösung ermöglicht es in diesem Fall, die Energiequelle zu wählen, ob es ein Solarmodul oder eine Windkraftanlage ist.