Binance hat in Griechenland einen Antrag auf Zulassung gemäß der EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets (MiCA) gestellt, da die Aufsichtsbehörden inzwischen vor drohenden Fristen warnen.
Ein Sprecher von Binance bestätigte Cointelegraph am Freitag, dass die Börse in Griechenland eine MiCA-Lizenz beantragt habe und dahingehend mit der griechischen Finanzaufsichtsbehörde, der Hellenic Capital Market Commission (HCMC), zusammenarbeite.
„Wir begrüßen die Möglichkeit, eng mit der HCMC zusammenzuarbeiten, während diese neue Verordnung in der EU Gestalt annimmt, und freuen uns darauf, zum langfristigen Wachstum des digitalen Finanzökosystems der EU beizutragen“, sagte der Sprecher der Kryptobörse.
Frankreich warnt Binance wegen fehlender Lizenz
Die Nachricht folgt auf die Warnung der französischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (Autorité des Marchés Financiers, AMF) vom 13. Januar, dass Binance zu den 90 Krypto-Unternehmen gehört, die sie registriert hat, die jedoch gemäß MiCA weiterhin ohne Lizenz sind.
Die Regulierungsbehörde teilte mit, dass sie die Unternehmen Ende 2025 darüber informiert habe, dass die MiCA-Übergangsphase in Frankreich am 30. Juni endet, wodurch nicht konforme Unternehmen gezwungen sind, ihren Betrieb im Juli einzustellen.
Binance wurde 2017 gegründet und ist laut CoinGecko die weltweit größte zentralisierte Börse (CEX) gemessen am Handelsumsatz mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von 11,9 Milliarden US-Dollar.

„Wir betrachten MiCA als einen positiven und wichtigen Meilenstein für die Branche – einen Meilenstein, der für mehr regulatorische Klarheit, einen stärkeren Verbraucherschutz und einen klaren Rahmen für verantwortungsvolle Innovationen sorgt“, so der Sprecher von Binance.
Griechenland bisher ohne MiCA-Lizenz
Öffentlich zugängliche Daten der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) zeigen, dass Griechenland bis heute keine einzige MiCA-Lizenz für einen Krypto-Asset-Dienstleister (CASP) erteilt hat.
Zum 15. Januar führen Deutschland und die Niederlande mit 43 bzw. 22 erteilten MiCA-Lizenzen für CASPs die EU an, während die französische AMF 11 derartige Genehmigungen erteilt hat.

Vergebene MiCA-Lizenzen nach Mitgliedstaaten. Quelle: ESMA
Am vergangenen Freitag gab die KBC – eine der größten Banken Belgiens – Pläne bekannt, im Februar den Handel mit Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) aufzunehmen.
Die Bank erklärte, sie rechne damit, eine MiCA-Lizenz in Belgien zu erhalten, einem Land, das bisher ebenfalls noch keine Genehmigung im Rahmen des neuen EU-Regelwerks erteilt hat.
Binance stand schon lange vor dem vollständigen Inkrafttreten der MiCA Ende 2024 unter verstärkter Beobachtung durch die europäischen Regulierungsbehörden. Im Jahr 2021 meldeten mehrere Mitgliedstaaten Binance als nicht registrierte Börse.
Seitdem wurde die Plattform wiederholt verwarnt, da die Aufsichtsbehörden ihre Kontrollen verschärft haben. Im Jahr 2023 bekannte sich Changpeng Zhao, Mitbegründer und ehemaliger CEO von Binance, in den USA der Geldwäsche schuldig und verbüßte eine viermonatige Haftstrafe, was das Bestreben der Aufsichtsbehörden nach strengeren Compliance-Vorschriften unterstreicht.

