Binance-CEO: ICOs sind nötig und "hundertmal einfacher" als Risikokapitalfonds

Changpeng Zhao, der CEO der digitalen Währungshandelsplattform Binance, sagte in einem Blogpost vom 7. Mai, dass Initial Coin Offerings (ICO) weitaus besser abschneiden als Risikokapitalfonds (VCs). Und das selbst mit dem hohen Misserfolgsrisiko.

In einem Blogpost mit dem Titel "ICOs - Nicht nur 'gut, wenn man es hat', sondern notwendig" hat Zhao seine Unterstützung für ICOs geäußert. Darin heißt es, mit ihnen sei es "hundertmal einfacher", Geld zu sammeln, als mit traditionellen VCs:

"Aufgrund meiner eigenen Erfahrung und der Beobachtung von hunderten anderen Projekten aus nächster Nähe würde ich sagen, dass eine Kapitalbeschaffung mit ICOs ungefähr hundertmal einfacher ist als mit traditionellen VCs. Vielleicht sogar noch einfacher. Logisch gesehen, müsste es dort, wo ICOs erlaubt sind, hundertmal mehr Start-Ups, gut finanzierte Start-Ups geben, da es soviel leichter ist, an Kapital zu kommen."

Zhao sagte, dass einige VC-Investoren zwar echte Experten auf ihrem Gebiet sind, die große Mehrheit der "professionellen VCs" jedoch "keine Ahnung" von den Projekten oder Bereichen habe, in die sie investiert. Laut Zhao gibt es einen bemerkenswerten Mangel an Start-Up-Erfahrung und ein unzureichendes Verständnis der Technologien der Projekte.

Zhao räumte ein, dass der ICO-Markt noch in den Kinderschuhen steckt und daher auf Probleme stößt. Dabei nennt er Betrügereien und Fehler als Beispiele. Er glaubt dennoch, dass eine größere Anzahl von ICO-Projekten "im Vergleich zu traditionellen VC-Projekten" erfolgreich sein wird." Er schrieb:

"Die meisten ICOs sind neue Start-Up-Projekte und haben eine hohe Misserfolgs-Chance. Das ist bei traditionellen Start-Ups genauso. Das ist nichts neues. Die meisten ICO-Investoren wissen das bereits. ICO-Investoren sind Frühanwender (und Lerner)."

Zhao schloss mit der Anmerkung, dass viele VC-Gruppen nun in ICOs investieren. Er sagte, dass VC-Gruppen "einen Riecher für Geld" und fügte hinzu, dass sie "flinker" als andere große Organisationen sind, die für den öffentlichen Reichtum verantwortlich sind; "die Schnelleren werden exponentielle Vorteile ernten."

Cointelegraph berichtete zuvor, dass die amerikanische Risikokapitalfirma Sequoia Changpeng Zhao verklagte, weil er angeblich bei den Verhandlungen über ein Investmentgeschäft eine Exklusivitätsvereinbarung verletzt habe. Bei dem Geschäft ging es um einen 80-Mio.-US-Dollar-Anteil bzw. 11 Prozent an Binance. Dieses Geschäft ist letztes Jahr allerdings geplatzt.