Der Bitcoin-Kurs hat im Tagesdiagramm eine Bullenflagge gebildet – ein wichtiges Kursmuster in der Technischen Analyse, das auf starken Aufwärtsdrang eines jeweiligen Finanzproduktes hinweist. Könnte es also auch jetzt den Startschuss für die Kletterpartie nach dem Halving markieren?

Bitcoin dank Bullenflagge auf 100.000 US-Dollar?

Die entsprechende Bullenflagge hat Bitcoin im Tagesdiagramm vom 26. April komplettiert, wie Krypto-Analyst Mikybull auf X (ehemals Twitter) feststellt. In diesem Zusammenhang führt er aus:

„Bitcoin hat im Tagesdiagramm ein bullisches Fortsetzungsmuster gebildet. Laut dem Wyckoff-Gesetz von Ursache und Wirkung gilt, dass 'je länger die Seitwärtsbewegung war, desto heftiger wird der Aufschwung.“
Bitcoin-Tagesdiagramm. Quelle: Mikybull

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Finanzexperte Denis Baca, Produktchef bei Zivoe, der angesichts dieser Konstellation gegenüber Cointelegraph von einem „starken bullischen Setup“ spricht:

„Wir sehen im Tagesdiagramm von Bitcoin eine Bullenflagge, die in der Regel auf weiteren Aufwärtsdrang hindeutet. Sie hat sich nach einem soliden Aufschwung ziemlich schön ausgebildet, wobei das abnehmende Handelsvolumen darauf hindeutet, dass wir zunächst wohl eine Pause einlegen, ehe es in Richtung 100.000 US-Dollar weitergeht.“

Allerdings gibt Andrey Stoychev, der Chef von Nexo, wiederum zu bedenken, dass eine baldige Kletterpartie für BTC unwahrscheinlich ist, denn es fehlt aktuell ein wirklicher Katalysator für diese. So erklärt er gegenüber Cointelegraph:

„Daran, dass wir die 64.000 US-Dollar-Marke mehrmals am Tag testen, und diese sich als solider Support erweist. Sehen wir, dass Bitcoin noch Luft nach oben hat. Jedoch könnte dieses Potenzial für einen neuen Kursanstieg ungenutzt bleiben, denn BTC hat zuletzt immer nur das obere Ende der Preisspanne bei 67.000 US-Dollar erreicht.“

Deshalb sollten die Krypto-Anleger allen voran die 65.000 US-Dollar-Marke im Blick behalten, denn ein Aufschwung über diese Hürde würde über 500 Mio. US-Dollar an gehebelten Short-Positionen liquidieren, wie die Daten von Coinglass zeigen.

Bitcoin Exchange Liquidation Map. Quelle: Coinglass

Kommt erst der Abschwung auf 60.000 US-Dollar?

Obwohl der Bitcoin-Kurs oberhalb von 60.000 US-Dollar also scheinbar eine widerstandsfähige Unterstützung gefunden hat, könnte es doch noch einen neuen Abschwung geben, ehe es in neue Höhen geht:

„In der Vergangenheit gab es im Mai regelmäßig einen Abschwung auf den Support am 20-Week SMA [Small Moving Average], was bedeuten würde, dass der Bitcoin-Kurs auf 56.000 US-Dollar schlittern würde. Ich glaube, dass so eine Entwicklung ganz gesund sein könnte, ehe es weiter aufwärts geht. Derartige Abschwünge sind zudem meist ganz gute Kaufgelegenheiten vor der nächsten Rekordjagd.“

Nexo-Chef Stoychev geht hingegen nicht davon aus, dass es für Bitcoin zurück unter 60.000 US-Dollar geht, außer die Leitzinsen in den USA bleiben noch länger hoch als bisher erwartet:

„Sofern die hohen Leitzinsen nicht noch länger Bestand haben und die Stimmungslage am Kryptomarkt über den Rest des Jahres gedämpft halten, ist es unwahrscheinlich, dass Bitcoin noch mal deutlich an Boden verliert.“

Sollte der Bitcoin-Kurs unter 60.000 US-Dollar abrutschen, würden dadurch 1,4 Mrd. US-Dollar an gehebelten Long-Positionen aufgelöst werden, wie die Daten von Coinglass in Aussicht stellen.

Bitcoin Exchange Liquidation Map. Quelle: Coinglass

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