Der Bitcoin-Kurs (BTC) bewegt sich aktuell in einer frustrierend engen Preisspanne zwischen 25.500 und 26.500 US-Dollar, weshalb bei den Beobachtern Uneinigkeit herrscht, in welche Richtung es als nächstes geht.

Krypto-Experte Charles Edwards, der Gründer von Capriole Investments, ist angesichts dieser Situation allerdings äußerst optimistisch und sieht darin die optimale langfristige Kaufgelegenheit bei gleichzeitig geringem Risiko. Das schlussfolgert Edwards wiederum aus den Produktionskosten von BTC im Zusammenhang mit dem Stromverbrauch.

Die sogenannte „Energy Value Theory“ von Capriole Investments taxiert den sogenannten „Fair Value“ – also den tatsächlichen Marktwert – von Bitcoin entsprechend auf 47.200 US-Dollar. Dahingehend erklärt Edwards, dass allein die Produktionskosten auf einen Mindestpreis von 23.000 US-Dollar für BTC schließen lassen.

Das Risiko-Ertrags-Verhältnis liegt demnach bei mindestens 1:5, wobei der Bitcoin-Kurs sogar noch viel Luft nach oben hat, denn laut Edwards geht diese Berechnung davon aus, dass die marktführende Kryptowährung „bei ihrem Fair Value stehenbleiben würde, was bisher jedoch noch in keinem Bullenlauf passiert ist“.

Energy Value Theory gibt Hoffnung

Die Energy Value Theory hatte der Krypto-Experte erstmals im Dezember 2019 vorgestellt. Gemäß dem Bewertungsmodell lässt sich der faire Wert für Bitcoin aus dem Stromverbrauch ableiten, der für die Produktion des Krypto-Marktführers anfällt.

Das Modell geht dabei davon aus, dass der Wert eines Finanzprodukts mit zunehmendem Aufwand steigt.

Im Jahr 2023 steigt die Menge an Strom, die für das Bitcoin-Mining verbraucht wird, denn die Mining-Unternehmen haben ihre Kapazitäten ausgebaut und bereiten sich mit vielen neuen ASIC-Minern auf das bevorstehende Halving im April 2024 vor.

Bitcoin-Kursdiagramm Energy Value Indicator. Quelle: TradingView

Laut Edwards reflektiert der Stromverbrauch bzw. Energiewert den fairen Wert von Bitcoin.

Und in der Tat besteht eine starke Korrelation zwischen dem „Energy Value“ und dem Kurs von BTC, was vermuten lässt, dass das Modell eine gewisse Validität hat, jedoch gibt es ein paar Einschränkungen.

Eine davon ist, dass der Energiewert von Bitcoin nicht immer zuverlässig abgebildet werden kann, da die Energieeffizienz der Miner kurz- und mittelfristig schwankend ist.

Zudem berücksichtigt das Modell auch andere wichtige Faktoren nicht, die den Bitcoin-Kurs beeinflussen, darunter allen voran Angebot und Nachfrage auf dem Markt sowie dass die Miner einige Maßnahmen auch schon im Hinblick auf das Halving im nächsten Jahr tätigen.

Bitcoin muss erst noch zittern

Die aktuellen Liquiditätsdaten von Bitcoin auf der führenden Kryptobörse Binance zeigen, dass sich bei 24.600 US-Dollar der nächste große Support befindet. Allerdings lässt der Aufwärtsdrang momentan wieder nach, denn in unmittelbarer Nähe des bisherigen Jahrestiefs bekommen die Trader langsam wieder kalte Füße.

Die Futures-Daten von CoinGlass deuten wiederum darauf hin, dass die Marktteilnehmer mit dem Abschwung auf 24.600 US-Dollar rechnen, dieser könnte sich schlimmstenfalls noch bis auf 23.000 US-Dollar ziehen.

In der Preisspanne zwischen 25.000 und 25.500 US-Dollar befindet sich derzeit die meiste Leverage mit signifikant hohem Volumen, was diese für den Moment weiterhin ganz besonders beachtenswert macht.

Bitcoin Liquidation-Leverage. Quelle: CoinGlass

Sollte der Bitcoin-Kurs tatsächlich auf 23.000 US-Dollar abrutschen, dann werden die Nerven der Trader getestet, denn falls es auch noch unter 23.000 US-Dollar geht, könnte ein Crash bis auf 21.451 US-Dollar oder sogar 19.549 US-Dollar die Folge sein.

Bitcoin-Kursdiagramm mit Supports und Widerständen. Quelle: Jarvis Labs